Jenaer Krisenstabs-Chef verteidigt das Abkleben der Ampel-Schalter

Jena.  In Jena wurden alle Ampelschalter abgeklebt. Jenas Krisenstabs-Chef wehrt sich gegen Kritik an dieser Maßnahme.

Jenas Krisenstabs-Chef und Ordnungsdezernent Benjamin Koppe (CDU).

Jenas Krisenstabs-Chef und Ordnungsdezernent Benjamin Koppe (CDU).

Der Jenaer Krisenstabs-Chef Benjamin Koppe (CDU) wehrt sich gegen Kritik an der Abklebung aller Schalter an den Verkehrsampeln für Fußgänger. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

„Ich bin erst mal vorsichtig in der Frage, ob es so ist“, sagte Koppe zu Hinweisen, dass etwa der TV-bekannte Bonner Virologe Hendrik Streeck die Corona-Infektion über kontaminierte Flächen nicht gelten lassen will. Neben der Tröpfchen- sei nach wie vor auch die Schmierinfektion in der Diskussion. Gegen die mögliche Infektion über Flächen spreche bislang „keine valide Datengrundlage“.

Und was sagt Koppe zu kritischen Untertönen im Freistaat, mit denen Jenas Vorpreschen bei Maßnahmen gegen die Pandemie begleitet wird? Gewiss sei mit dem Jenaer Gesundheitsamt zu einem Zeitpunkt über die Pandemie diskutiert worden, als noch nicht einmal die Ministerpräsidenten-Wahl vollzogen war. Insofern dürfe man sagen, „ja, wir sind dem Land vorausgeeilt“. Und doch sei nun ein einheitliches Vorgehen nur zu wünschen. Es möge keinen Wettbewerb darum geben, „wer der Taktgeber ist“.

Gleichwohl warnt Koppe vor dem schnellen Einstieg in den Maßnahmen-Ausstieg. In China deuteten sich Rückschläge wegen zu starker Lockerungen an. Also seien „modellierte“ Maßnahmen vonnöten.

Jena schaltet in Corona-Krise Ampeltaster ab: Maßnahme mit Nebenwirkung