Land fördert Jagd auf Schwarzwild: Wildschwein-Prämie führt nicht zu den erhofften Abschüssen

Erfurt  „Mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest bleibt die dauerhafte Regulierung des Schwarzwildes die wichtigste Aufgabe“, sagt Ministerin Birgit Keller (Linke).

Symbolbild.

Symbolbild.

Foto: Ralf Hirschberger

Trotz der Abschussprämie, die das Land seit Mai vergangenen Jahres Jägern und Jagdhundeführern für erlegtes Schwarzwild zahlt, ist die Jagdstrecke für Wildschweine im Jagdjahr 2018/2019 nicht annähernd so hoch wie in der Saison davor: Nach Angaben des Forstministeriums wurde insgesamt 29.459 Wildschweine erlegt oder als Fall- und Unfallwild aufgefunden, während es im Jagdjahr 2017/2018 knapp 42.000 Stück waren – ein Rekord.

Große Schwankungen seien allerdings gerade bei Wildschweinen nicht ungewöhnlich, heißt es aus dem Ministerium, das das jüngste Ergebnis als „überdurchschnittlich“ bewertet. „Mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest bleibt die dauerhafte Regulierung des Schwarzwildes die wichtigste Aufgabe“, sagt Ministerin Birgit Keller (Linke). Denn die für den Menschen ungefährliche, für die Tiere aber tödliche Virusinfektion sei weiter auf dem Vormarsch: Aktuell seien neue Fälle aus den Nachbarländern Polen und Belgien gemeldet worden.

Bis zu drei Millionen Euro für jagdliche Maßnahmen

Um einen Anreiz für die Jagd auf Schwarzwild zu schaffen, werden seit Mai 2018 Jägern und Jagdhundeführern 25 Euro für jedes erlegte Wildschwein und jeden Jagdhunde-Einsatz bei jagdbezirksübergreifenden Drück- und Treibjagden auf Schwarzwild gezahlt. Im Doppelhaushalt 2018/2019 sind bis zu drei Millionen Euro für jagdliche Maßnahmen zur Vorbeugung vor der Afrikanischen Schweinepest vorgesehen. Ein Jagdjahr beginnt am 1. April und endet am 31. März.

Bei Rotwild ist die Jagdstrecke nach Ministeriumsangaben mit 6042 Stück im Vergleich zur Vorsaison um vier Prozent gesunken, beim Rehwild erhöhte sie sich um zwei Prozent auf 40.121 Stück. Für bedenklich halten die Fachleute den hohen Anteil an Fall- und Unfallwild bei Feldhasen (fast 60 Prozent bei insgesamt 1474 Stück).

Gesunken ist auch die Zahl der erlegten, verendet oder verunglückt aufgefundenen Waschbären: Sie lag mit 10.767 Stück um rund 1600 Stück unter der der Vorsaison. Waschbärschützer wie der bundesweit bekannte Marburger Francesco Dati beklagen, dass es für den Abschuss dieser Tiere keinen vernünftigen Grund gibt. Auf starke Bejagung reagierten sie sogar mit einer erhöhten Vermehrungsrate.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.