Diese Thüringerin könnte den Sommerhit 2019 landen

Berlin/Eichsfeld  Die Eichsfelderin Tanja Lerch ist Teil des erfolgreichen Musikprojekts „Vize“ in Berlin. Der Song „Stars“ stieg beim Streamingdienst „Spotify“ bereits auf Platz 30 der Charts.

Unter dem Künstlernamen Laniia will die Eichsfelderin in Berlin eine Musikkarriere starten.

Unter dem Künstlernamen Laniia will die Eichsfelderin in Berlin eine Musikkarriere starten.

Foto: Laniia Music

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„Mein Sommerhit 2019.“ Der Kommentar auf dem Internetportal „Youtube“ ist eindeutig – und nur einer von vielen weiteren Einträgen, die in diese Richtung gehen. Geschrieben steht er unter dem Musikvideo zu „Stars“. Das Lied verzeichnet bereits 2,2 Millionen Aufrufe, seit es am 6. Mai das Licht der Musikwelt erblickt hat. Auf dem Streamingdienst „Spotify“ sind noch einige mehr. Gerade läuft der Song in vielen Radiosendern hoch und runter. Experten bescheinigen dem Lied das Potenzial, der Sommerhit des Jahres zu werden.

Dahinter steht wieder das Berliner Musikprojekt „Vize“, das im vergangenen Jahr mit dem Remix von „Glad you Came“ bereits einen millionenfach gestreamten Sommer-Hit hatte. Dass sich beide Lieder mit Thüringen, das nicht gerade als Kernland der House- und Electro-Musik gilt, verbinden lassen, ist bisher kaum bekannt. Aber zu jedem Song gehört auch in diesem Genre eine Stimme. Laniia gibt den Liedern diese Stimme.

Dahinter steckt eine junge Frau aus dem Eichsfeld. Tanja Lerch (22) hat ihr Heimatdorf Küllstedt vor zwei Jahren verlassen, um nach Berlin zu gehen. „Musik ist meine Leidenschaft“, sagt sie. Schon als 17-Jährige zieht es sie erstmals zu einem Vorsingen in die Bundeshauptstadt. Daraus wird mehr. Das Einsingen von Demoversionen bestimmt die Zeit darauf, bis 2017 der Ruf von Vitali Zestovskih kommt und Laniia mit „Glad You Came“ erstmals den Sprung in die Radios schafft. Schafft sie irgendwann den großen Durchbruch, dann wird der Szene-Star ihr Entdecker gewesen sein.

Abitur am Gymnasium in Dingelstädt

Vor dem Umzug in die Hauptstadt steht für die junge Frau aber die Entscheidung, ob sie nun direkt alles auf die Musikkarriere setzen soll oder doch nicht. „Das Abitur abzubrechen war für mich keine Option“, berichtet sie. Deshalb steht der Umzug nach Berlin erst nach den erfolgreich bestandenen Prüfungen am St. Josef-Gymnasium in Dingelstädt auf dem Plan.

Die große Berliner Musikwelt erschließt sich der Sängerin seitdem immer deutlicher. Aber, und das zu betonen erscheint ihr im Gespräch mit dieser Zeitung besonders wichtig, vor allem die Unterstützung ihrer Familie bedeutet ihr viel. „Sie steht komplett dahinter“, sagt Tanja Lerch über ihre Eltern und die Schwester. Ihr Vater schicke ihr manchmal Nachrichten, wenn er eines der Lieder mal wieder beim Autofahren im Radio gehört habe – ein Zeichen von besonderem Stolz auf die Tochter.

Diese Unterstützung motiviert sie, ihren Weg weiterzugehen. Allerdings setzt Tanja Lerch auch in Berlin noch nicht ausschließlich auf die Musik. Sie studiert nebenbei noch auf Lehramt für die Grundschule. „Das war ohnehin mein Plan B“, sagt sie. Dennoch: Der Wunsch, mit „Stars“ in diesem Jahr genauso durchzustarten wie im vergangenen Jahr mit „Glad you Came“, steht natürlich im Vordergrund. Und irgendwann soll aus der Leidenschaft dann wirklich der Beruf werden.

Beim Streamingdienst „Spotify“ liegt das aktuelle Lied jedenfalls schon in den Top-50-Charts, stieg in dieser Woche auf Platz 30. Wie weit es noch nach oben geht, das wird wohl der Sommer zeigen.

Als 16-Jährige bei einer Castingshow dabei gewesen

Für Tanja Lerch steht indes fest, dass sie sich auf dem Weg zu ihrer Musik-Karriere nicht verbiegen lassen will. „Hinter den Liedern zu stehen, die ich mache, das ist mir wichtig“, sagt die Künstlerin, die hin und wieder auch selbst zur Feder greift und Songs schreibt. Bei ihrem Label in Berlin, wo sie seit einigen Monaten unter Vertrag steht, steht außerdem ein ganzes Team an Songwritern bereit.

Mit gemischten Gefühlen schaut Tanja Lerch auf die zahlreichen Castingshows, die es mittlerweile in Deutschland und auch im Ausland gibt und die so manchem Künstler schon Sprungbrett für eine große Karriere gewesen sind. Teilnehmen, sagt sie, wäre wohl derzeit keine Option – auch deshalb, weil sie in die professionellen Strukturen des Berliner Labels eingebunden ist.

Allerdings: Als 16-Jährige versuchte die Eichsfelderin tatsächlich ihr Glück im Fernsehen bei „The Voice“. „Ich bin damals in der Vorrunde ausgeschieden“, blickt sie zurück – und muss schmunzeln. Denn sechs Jahre später steht sie vielleicht vor dem Durchbruch und ist auf dem Weg zum Sommerhit 2019.

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