Gothaer Fleischermeister stopft überlange Roster fürs Museum

Die Bratwurst hat Geburtstag - und schon den 607. Vor langer Zeit, an einem 20. Januar, gab es in der Propsteirechnung des Arnstädter Jungfrauenklosters einen Eintrag über die Ausgabe eines Groschens für Därme, um Bratwürste zu stopfen.

In der begehbaren Bratwurst stehen auch Fleischereimaschinen, die Christian Herda gerettet hat. Foto: Klaus-Dieter Simmen

In der begehbaren Bratwurst stehen auch Fleischereimaschinen, die Christian Herda gerettet hat. Foto: Klaus-Dieter Simmen

Foto: zgt

Holzhausen. Kein Wunder, dass dieses Datum im ersten Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen groß gefeiert wird. Anbraten steht lapidar im Veranstaltungskalender, doch nur beim Essen der Bratwürste bleibt es nicht. Vereinsvorsitzender Uwe Keith und sein Stellvertreter Thomas Mäuer nehmen den Geburtstag zum Anlass, um zurück und vorauszublicken. Da gibt es nicht nur über viele Aktivitäten zu erzählen, sondern auch über viele Meter Bratwurst. In Coburg waren es stolze 125 Meter, die am Stück auf den Grill kamen - selbstredend nach Coburger Art; in Stadtilm werden es schon 147,5 Meter sein, beste Thüringer Bratwurst - der Holzhäuser Beitrag für das Stadtilmer Karnevalsjubiläum. Spezialist für die überlange Wurst ist der Gothaer Fleischermeister Christian Herda. "Die Würste herzustellen ist kein großes Problem", gesteht er ein, "allerdings den richtigen Rost zu bauen, auf dem sie gegrillt werden, schon eher". Doch auch das hat Herda in den Griff bekommen.

Beim Rückblick schwärmte Uwe Keith vom Thüringentag in Gotha. "Das waren drei schöne, aber auch harte Tage. Und getreu dem Motto, hat der Thüringer Bratwurstkönig in der Residenzstadt viele Bratwurstfreunde geadelt." Ein weiterer Höhepunkt war für die Freunde der Thüringer Bratwurst die Eröffnung des Kinderhospizes in Tambach-Dietharz. Dafür sammelten sie nicht nur 1250 Euro, am Eröffnungstag heizten sie auch den Rost an.

Im Museum selbst konnten zum Bratwurstgeburtstag zwei neue Vitrinen eröffnet werden. Eine davon ist dem früh verstorbenen Grillweltmeister Hans-Joachim Fuchs gewidmet. Weiterer Höhepunkt zum Bratwurstgeburtstag: das Richtfest fürs Bratwursttheater. Das Festzelt hat ausgedient: Wenn im Mai sich der Vorhang zur dritten Spielzeit hebt, haben die Solisten ihr eigenes Theater. Die Vorstellungen für 2012 sind fast schon ausgebucht. Wer Interesse hat, sollte sich schnellstens um Karten bemühen.

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder die Bratwurstiade. Diesmal stehen die Märchen der Gebrüder Grimm Pate. Mit Sicherheit werden auch bei diesem Ereignis wieder Teams aus dem Gothaer Land an den Start gehen. Und auch im Landkreis sind die Vereinsmitglieder aktiv: Am 28. Juli kann man an ihrem Stand zur Thüros-Grillparty das Bratwurstdiplom erwerben.

Der Verein der Freunde der Thüringer Bratwurst zählt mittlerweile 225 Mitglieder in zwölf Ländern.

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