In diesem Jahr ist in Erfurt wieder viel passiert. Das Jubiläum der Krämerbrücke hat die Blumenstädter bewegt, aber auch das stete Feilen am Unesco-Welterbe-Status. Hier zeigt sich, wie reich die illustre Stadtgeschichte Erfurts bis ins Heute wirkt, immer wieder Aufmerksamkeit erzeugt und für neue Bücher über Erfurt auf den Lesetischen sorgt.

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In diesem Jahr sind zahlreiche Abhandlungen auf den Buchmarkt gekommen, die sich durch Ereignisse vom Mittelalter bis in die jüngere Historie der Landeshauptstadt ziehen. Neben Geschichten um den Grafen Gotter und die großen Ideen von Denkern wie Meister Eckhardt, gibt es auch Bücher, in denen sich Erfurter Autoren der Kriegs- und Nachkriegszeit gewidmet haben. Darunter Bildbände und Veröffentlichungen für Kinder.

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Geschichtsbücher, Autobiographien und Romane aus und über Erfurt

Die Brücke in die Sparte der Romane schlägt Kaleb Erdmann, der sein Erleben des Gutenberg-Amoklaufs nicht als Sachbuch, sondern als Roman geschrieben hat. Ganz anders autobiografisch hat auch der Erfurter Vicki Vomit seine Erinnerungen publiziert – und nimmt die Leser mit in lokale Musikszenewelten der DDR.

Abseits des „echten Lebens“, der Wissenschaft und der Stadtgeschichte haben Erfurter in diesem Jahr ebenfalls Bücher gemacht. So zum Beispiel die Kurzzeit-Erfurterin Isabella Straub, deren Roman in ihrer Zeit als Stadtschreiberin entstand. Und auch Ingrid Annel ist dem fiktiven Genre treu geblieben.

Unsere Redaktion hat sich 16 der diesjährigen Erscheinungen zu Erfurt und von Erfurtern angeschaut:

Hinter den Kulissen von Schloss Molsdorf

Buchcover "Der Gesandte des Königs von Preußen"
Stadtführerin und Autorin Alice Frontzek.
Alice Frontzek: "Der Gesandte des Königs von Preußen". Proof-Verlag 2025. Bild: © Proof-Verlag - Proof-Verlag

Alice Frontzek: „Der Gesandte des Königs von Preußen“: Erfurts fehlender Adelsglanz findet sein Gegenstück im barocken Schloss Molsdorf, geschaffen von Gustav Adolf von Gotter. Alice Frontzek zeichnet in ihrem historischen Roman dessen Aufstieg vom Gothaer Bürgersohn zum preußischen Gesandten nach, seine Sehnsucht nach einem eigenen Gut, seine finanziellen Probleme und die Frage, ob er eine heimliche große Liebe fand.

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Hunde-Snack in Südthüringen und andere Musiker-Anekdoten

Vicky Vomit
Musiker und Autor Vicki Vomit alias Jürgen Hellmann.
Vicky Vomit: „Mein Klampf“. Wollmonster Books 2025. Bild: © Wollmonster Books - Wollmonster Books

Vicki Vomit: „Mein Klampf“: Das autobiografische Buch erzählt schelmenhaft von Jürgen Hellmanns Weg vom Trusetaler Musiker zum Szeneoriginal: DDR-Bandanfänge, absurde Vorschriften, wilde Auftritte, Beschaffungsabenteuer und deftige Anekdoten. Mit Witz, Selbstironie und vielen Episoden aus der Musikszene zeichnet das als Vicki Vomit bekannte Original ein buntes Bild seiner frühen Karriere.

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Ein Buch für die Krämerbrücke

Rüdiger Paul Kirsten (Hrsg.): „Krämerbrücke. Geschichte und Geschichten“
Rüdiger Paul Kirsten
Rüdiger Paul Kirsten (Hrsg.): „Krämerbrücke. Geschichte und Geschichten“ Bild: © Proof Verlag - Proof Verlag

Rüdiger Paul Kirsten (Hrsg.): „Krämerbrücke. Geschichte und Geschichten“: Zwölf Autoren schenken zum Jubiläum der Krämerbrücke das Buch „Krämerbrücke – Geschichte und Geschichten“. Auf 120 Seiten beleuchtet es Geschichte, Wandel und Leben auf der Brücke – verständlich, ohne Wissenschaftsjargon. Beiträge von Fachleuten und einem Kabarettisten, ergänzt durch historische Bilder. Das Buch soll Lust auf einen Besuch machen; Erlöse fließen in soziale und kulturelle Projekte.

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Das Unsagbare in Worte fassen

Buchcover Kaleb Erdmann
German Book Prize 2025
Kaleb Erdmann: "Die Ausweichschule". Ullstein-Verlag 2025. Bild: © Ullstein-Verlage - Park X Ullstein

Kaleb Erdmann: „Die Ausweichschule“: Der Schriftsteller, beim Amoklauf 2002 Fünftklässler am Gutenberg-Gymnasium, verarbeitet in „Die Ausweichschule“ seine Erinnerungen und Recherchen. Der Roman zeigt sein Ringen um Sprache, Fragen ohne Antworten, Traumata der Schüler und den Umzug in die Ausweichschule. Ein Buch über das Schreiben eines Buches und den Versuch, Unfassbares zu verstehen. Mit einem Platz auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025 ausgezeichnet.

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Stadtspaziergang durchs historische Erfurt

Lothar Semlin
Lothar Semlin
Lothar Semlin: "Unser Hirschbrühl", 2025. Bild: © Lothar Semlin - Lothar Semlin

Lothar Semlin: „Unser Hirschbrühl“: Der im September verstorbene Fotograf und Historiker Lothar Semlin lädt in „Unser Hirschbrühl“ zu einem Spaziergang durch die historische Brühlervorstadt ein. Mit Fotos aus dem Stadtarchiv zeigt er verschwundene Gärten, Villen, Vergnügungsorte und Orte von Kultur und Sport. Seine Zeitreise reicht bis ins 12. Jahrhundert und verbindet Geschichte, Kindheitserinnerungen und kurze Abrisse für unterwegs.

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Zeitreise durch Erfurt mit alten Farbfotos

Erfurt
Erinnerungen in Bildern von 1945 bis 1989
Fotograf und Autor Frank Palmowski.
Frank Palmowski: „Erfurt. Erinnerungen in Bildern von 1945 bis 1989“, Sutton Verlag 2025. Bild: © Sutton Verlag - Sutton Verlag

Frank Palmowski: „Erfurt. Erinnerungen in Bildern von 1945 bis 1989“: Der neue Bildband zeigt das Nachkriegs-Erfurt mit bisher unveröffentlichten, teils kolorierten Fotos. Der Fotograf dokumentiert seit Jahrzehnten Szenen in der Stadt, hielt Wiederaufbau, Neubauten, Kultur, Straßenbilder und den Wandel der Stadt fest. 170 Bilder erzählen Geschichte fast ohne Text, aber mit persönlichem Blick.

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Gespräche auf der Spitze des Wolkenkratzers

Nullzone
Die ehemalige Erfurter Stadtschreiberin und Schriftstellerin Isabella Straub.
Isabella Straub: „Nullzone“. Elster & Salis Verlag 2025. Bild: © Elster & Salis Verlag - Elster & Salis Verlag

Isabella Straub: „Nullzone“: Isabella Straub ist zwar Österreicherin, aber ihr aktuelles Buch hat sie in ihrer Zeit als Erfurter Stadtschreiberin fertiggestellt. Der Roman „Nullzone“ spielt in einem bald abgerissenen 22-stöckigen Hochhaus, in dem Gabor, Elfi und Rachid über Zukunft, Identität und Wandel nachdenken. Mit Humor und philosophischen Ideen – von KI bis Donut-Universum – verknüpft die Autorin Alltagsfragen und Existenzsuche.

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Kleine Fledermäuse im Selbstverteidigungsmodus

Richard Schäfer: „Gorike und das blaue Tuch“. Proof-Verlag 2025.
Historiker, Radiomann und Autor Richard Schäfer.
Richard Schäfer: „Gorike und das blaue Tuch“. Proof-Verlag 2025. Bild: © Richard Schäfer - Richard Schäfer

Richard Schäfer: „Gorike und das blaue Tuch“: Das Kinderbuch erzählt von Gorike und den Fledermäusen der Krämerbrücke, die mithilfe eines magischen waidgefärbten Tuchs ein Problem lösen müssen. Mit liebevollen Illustrationen von Anja Zapf lädt die rund 70-seitige Geschichte Kinder ein, Erfurt zu erkunden. Stadtführer Schäfer ergänzt Infos zu Orten und hofft, Interesse und Respekt für Erfurts Geschichte zu wecken.

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Außergewöhnliche Momente vor der Kamera

Dennis Schmelz
Dennis Schmelz
Dennis Schmelz: "Augenblicke. Mit der Kamera zu den wahren Wundern der Welt - und zu mir selbst“. National Geographic 2025. Bild: © Dennis Schmelz - Dennis Schmelz

Dennis Schmelz: „Augenblicke. Mit der Kamera zu den wahren Wundern der Welt – und zu mir selbst“: Der Erfurter Fotograf veröffentlicht mit „Augenblicke“ einen Bildband über acht Reisen, persönliche Erfahrungen und Fototipps. Das Buch zeigt seine Entwicklung, seinen Umgang mit Ängsten und eindrucksvolle Begegnungen weltweit – von Antarktis bis Indien. Mit einem Team aus Erfurt entstand ein sehr persönliches Werk voller Geschichten und spektakulärer Fotos.

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Unesco-Welterbe für die kleinsten Leser

Pixi Buch zur Alten Synagoge
„Lola und Leonardo im Museum“. © Stadtverwaltung Erfurt | Stadtverwaltung Erfurt

„Lola und Leonardo im Museum“: Der Erfurter Schatz in der Alten Synagoge gehört zum Unesco-Welterbe. Neben dem Museumsbesuch gibt es verschiedene Zugänge zum Fund: ein neues Pixi-Buch führt Kinder spielerisch durchs Museum.

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Überleben in der Wildnis

Takt Thüringen Buchvorstellung „Wilde Pflanzen essen mit Survival Siglinde“
Christine Rauch
Christine Rauch und Ernestine Donnerberg: „Wilde Pflanzen essen mit Survival Siglinde“. Kosmos 2025. Bild: © Gabor Meyer - Gabor Meyer

Christine Rauch und Ernestine Donnerberg: „Wilde Pflanzen essen mit Survival Siglinde“: Christine Rauch, bekannt als „Survival Siglinde“, veröffentlicht mit Illustratorin Ernestine Donnerberg ihren ersten Naturführer „Wilde Pflanzen essen“. Das Buch vermittelt auf 144 Seiten essbare Wildpflanzen, leicht erklärt, humorvoll und reich illustriert. Rauch, erfolgreiche Infotainerin mit großer Social-Media-Fangemeinde, zeigt darin Wissen, Rezepte und Pflanzenporträts – begleitet von ihrer markanten Kunstfigur.

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Eine ganz persönliche Ost-Analyse

[.≠. Frühlingslese 2025]
Erfahrungen aus der DDR
Tobias J. Knoblich: „Osten als Passage“. Mitteldeutscher Verlag 2025. Bild: © Erfurter Herbstlese - Erfurter Herbstlese

Tobias J. Knoblich: „Osten als Passage“: Der ehemalige Erfurter Kulturdezernent stellt mit „Osten. Transitraum der Geschichte“ eine Sammlung persönlicher und kulturwissenschaftlicher Essays vor. Ausgehend von Fotoimpulsen reflektiert er DDR-Erfahrungen, Identität und westliche Dominanzkultur. Seine eigene Biografie wird zum Beispiel ostdeutscher Prägung. Die Texte formulieren einen leichten Gegenentwurf zu gängigen Ost-West-Narrativen.

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Auf Samtpfoten durch die Jahrhunderte

Ingrid Annel
Autorin Ingrid Annel.
Ingrid Annel: „Kater Nepomuk und die Geister von Weimar“. Bertuch Verlag 2025. Bild: © Funke Medien Thüringen - Stefan Leyh

Ingrid Annel: „Kater Nepomuk und die Geister von Weimar“: Die Autorin veröffentlicht nach dem Erfolg ihres Erfurter Kinderbuchs „Esel Erasmus“ nun „Kater Nepomuk und die Geister von Weimar“. Die aufwendig recherchierte Geschichte lässt einen Straßenkater Gespräche historischer Persönlichkeiten hören. Vier Jahre arbeitete Annel daran, unterstützt von Illustrator Stephan Leyh. Annel bleibt ihrem Anspruch treu: anschauliche, sprachstarke Kinderliteratur.

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Mehr Nachrichten aus Erfurt

Erfurts wichtigstes Wahrzeichen im Spiegel der Kunst

Erfurts Stadtkrone- Dom und Severi
Künstler und Autor Jürgen Valdeig.
Jürgen Valdeig: „Erfurts Stadtkrone- Dom und Severi“. 2025. Bild: © Jürgen Valdeig - Jürgen Valdeig

Jürgen Valdeig: „Erfurts Stadtkrone. Dom und Severi“: Das neue zweisprachige Buch über Dom und Severi bietet ausführliche Erläuterungen, ein Geleitwort von Weihbischof Hauke und einen historischen Abriss von Steffen Raßloff. Der Autor erforscht die Gotteshäuser seit seiner Kindheit; der Erlös unterstützt nun deren Restaurierung. In 2026 folgt ein Kunstbildband „Erfurt – eine malerische Zeitreise“ mit Beiträgen Erfurter Persönlichkeiten.

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Die geistreichen Köpfe der Stadt

Ulrich Hauch
Ulrich Hauch Erfurt
Ulrich Hauch: "Metropolis Thuringiae. Ein Jahrtausend geistig-kultureller Impulse aus Erfurt". Domini Plan 2025. Bild: © Stadtarchiv Erfurt - Stadtarchiv Erfurt

Ulrich Hauch: „Metropolis Thuringiae. Ein Jahrtausend geistig-kultureller Impulse aus Erfurt“: In „Metropolis Thuringiae“ beleuchtet Frank Hauch geistig-kulturelle Impulse aus Erfurt. Sein Buch zeigt bekannte und bisher weniger bekannte historische Persönlichkeiten und Ideen – von Meister Eckhart bis Salzmann – und versteht sich als Einladung in Erfurts Vergangenheit für interessierte Laien.

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Fast vergessenen Großereignisse

Steffen Raßloff
Das Erfurter Unionsparlament
Steffen Raßloff: "Das vergessene Parlament. 175 Jahre Erfurter Unionsparlament 1850". Bild: © Steffen Raßloff - Steffen Raßloff

Steffen Raßloff: „Das vergessene Parlament. 175 Jahre Erfurter Unionsparlament 1850“: Das Erfurter Unionsparlament tagte 1850 im Augustinerkloster und verabschiedete eine Verfassung für einen kleindeutschen Staat unter preußischer Führung. Das Projekt scheiterte jedoch. Obwohl es lange kaum beachtet wurde, gilt das Parlament heute als wichtiger Meilenstein der deutschen Demokratie- und Einigungsgeschichte. Historiker Steffen Raßloff hat das kaum beachtete historische Ereignis mit einer neuen Publikation gewürdigt.

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Das Kriegsende in Erfurt 1945

Carsten Schleichardt
Carsten Schleichardt: "1945. Das Kriegsende im Raum Erfurt", Erpha Media 2025.© Erpha Media | Erpha Media

Carsten Schleichhardt: „1945. Das Kriegsende im Raum Erfurt“: In seinem 740 Seiten dicken Buch rekonstruiert er detailliert die Ereignisse vom Frühjahr 1945 in Erfurt und den umliegenden Ortsteilen. Neben seinen Recherchen, die er über 20 Jahre zusammengetragen hat, bietet er den Lesern mehr als 600 Fotos von Akteuren und von Szenen des Geschehens in 1945 an.

Weihnachtsrituale besser verstehen

Rüpke
Rotary-Präsidententreff: Prof. Dr. Jörg Kluge, Rainer Lehmann, Prof. Jörg Rüpke (von links)
Jörg Rüpke: „Weihnachten in der Stadt“, 2025. Bild: © Jörg Rüpke - Jörg Rüpke

Jörg Rüpke: „Weihnachten in der Stadt“, 2025: Weihnachten aus sozialwissenschaftlicher Sicht – das hat sich Jörg Rüpke genauer angeschaut. Der Inhaber der Professur für Vergleichende Religionswissenschaften am Max-Weber-Kolleg Erfurt hat fünf Essays zu Ritualen der Festtage geschrieben. Darin erweitert er die Debatte um religiöse und säkulare Deutungen und zeigt, wie stark sich Weihnachten gewandelt hat. Die auch ins Englische übersetzten Texte untersuchen heutige Feierformen, Weihnachtsmärkte, Gesang und die Rolle der Kommerzialisierung, die das Fest nicht zerstört, sondern geprägt hat.