Eingeschränkter Regelbetrieb in Kindergärten ab 18. Mai

Erfurt.  Die Landkreise und die Gemeinden vor Ort sollen nach dem Willen von Minister Helmut Holter entscheiden. Gruppengröße von zehn Kindern seien zu stringent.

Alle Kindergärten in Thüringen sollen ab 18. Mai in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen können (Symbolfoto).

Alle Kindergärten in Thüringen sollen ab 18. Mai in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen können (Symbolfoto).

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Kurswechsel bei der Kita-Notbetreuung: „Wir wollen ab Montag, den 18. Mai, die Möglichkeit schaffen, dass alle Kindergärten in Thüringen in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen können. Das sollen die Landkreise und die Gemeinden vor Ort entscheiden“, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) dieser Zeitung. Am heutigen Dienstag will das Kabinett es beschließen. Ursprünglich war geplant, bis 2. Juni nur eine Notbetreuung anzubieten. Ab 18. Mai sollten dann lediglich Vorschulkinder und ihre Geschwister zusätzlich aufgenommen werden. Spätestens ab 15. Juni sollen alle Kinder wieder in Kitas gehen können. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Eingeschränkter Regelbetrieb bedeute, dass es Auflagen gebe über Hygienestandards, Mindestabstände und Gruppengrößen. Zu der von Sozialministerin Heike Werner (Linke) verordneten Größe von zehn Kindern sagt der Bildungsminister: „Ich halte diese Stringenz für nicht angebracht.“ Man müsse das im Einzelfall anhand räumlicher Voraussetzungen entscheiden.

Die SPD-Landräte Antje Hochwind-Schneider (Kyffhäuserkreis), Matthias Jendricke (Nordhausen), Onno Eckert (Gotha) und Marko Wolfram (Saalfeld-Rudolstadt) sowie Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) forderten die Landesregierung am Montag auf, die Öffnung der Kinderbetreuung engagierter voran zu treiben und mit dem „modifizierten Regelbetrieb“ spätestens am 25. Mai zu beginnen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verlangte, alle Lehrer und Erzieherinnen als systemrelevant einzustufen, damit sie Anspruch auf Notbetreuung haben, auch wenn der Partner nicht im systemrelevanten Bereich arbeitet. „Ich halte es nicht für gerechtfertigt, die Einelternregelung auf Pädagogen anzuwenden“, sagte Holter. „In dem Moment, in dem eine Kindertageseinrichtung in den eingeschränkten Regelbetrieb übergeht, fällt die Notbetreuung weg.“ Damit sei die Forderung der GEW obsolet.

Wie geht es weiter mit Kontaktbeschränkungen, Notbetreuung und Maskenpflicht?

Großeltern weiterhin lieber nicht umarmen