Führungslos durch die Corona-Pandemie

Erfurt.  In der Gesundheitsabteilung des Thüringer Sozialministeriums herrscht eine angespannte Arbeitssituation. Es fehlen vier wichtige Referatsleiter.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke), hier Anfang Dezember bei einem Besuch im Corona-Hotspot Hildburghausen.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke), hier Anfang Dezember bei einem Besuch im Corona-Hotspot Hildburghausen.

Foto: Martin Schutt / dpa

In der Gesundheitsabteilung des Thüringer Sozialministeriums, das eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielt, ist die Hälfte der Referatsleiterpositionen vakant. "Es trifft zu, dass die Leitung in vier der acht Referaten der Gesundheitsabteilung durch die jeweils stellvertretende Referatsleitung wahrgenommen wird", teilte eine Sprecherin von Ministerin Heike Werner (Linke) auf Anfrage dieser Zeitung mit.

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Richtig sei auch, dass die Gesundheitsabteilung derzeit vom Leiter der Zentralabteilung mitgeführt werde. Dadurch hätten "Synergien genutzt werden" können, betonte sie. Die Positionen seien auf Grund der sehr hohen Arbeitsbelastung im Zuge der Corona-Pandemie nicht besetzt worden.

Darüber hinaus seien auch Personalentwicklungen beabsichtigt. "Die Arbeitssituation im Sozialministerium ist extrem angespannt. Unabhängig davon ist die Arbeitsfähigkeit der angesprochenen vier Referate durch die stellvertretenden Referatsleitungen gesichert", sagte die Sprecherin.

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Sie würden mit Personal durch Neueinstellungen und Abordnungen aufgestockt, zudem seien sieben Vollzeitbeschäftigte aus der Zentralabteilung zur Unterstützung und Entlastung der Gesundheitsabteilung bei der Pandemiebewältigung tätig. Der Ministeriumssprecherin zufolge ist beabsichtigt, sowohl die zweite Abteilungsleitung als auch die vakanten Referatsleitungen zu besetzen.

Mit dem beschlossenen Haushalt 2021 könnten darüber hinaus 32 Stellen zusätzlich besetzt werden, die auch dazu beitragen können, die Gesundheitsabteilung zu stärken. Im Ministerium seien durch den massiven Stellenabbau der letzten Jahre "erhebliche Beeinträchtigungen bei der Aufgabenerfüllung" festzustellen, hatte Ministerin Werner erst im Dezember im Zuge der Haushaltsdebatte im Landtag zu Protokoll gegeben.

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