Gothaer sammeln 3500 Unterschriften gegen Altstadtgalerie

Gotha ist in Aufruhr, Gotha ist sich uneins. Die Frage, an der sich die Gemüter scheiden: Braucht die Stadt ein Einkaufszentrum an der Gartenstraße? Darüber diskutierten die Stadträte gestern bis tief in die Nacht.

Eine Meinungsäußerung mit Gewicht: Karolin Schulz von der Interessengemeinschaft "Lebendige Innenstadt" bei der Übergabe einer Mappe mit mehr als 3500 Unterschriften gegen den Bau eines Einkaufszentrums an den Stadtratsvorsitzenden, Martin Heinze. Foto: Patrick Krug

Eine Meinungsäußerung mit Gewicht: Karolin Schulz von der Interessengemeinschaft "Lebendige Innenstadt" bei der Übergabe einer Mappe mit mehr als 3500 Unterschriften gegen den Bau eines Einkaufszentrums an den Stadtratsvorsitzenden, Martin Heinze. Foto: Patrick Krug

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Gotha. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) "Lebendige Innenstadt" beantworten die Frage mit einem klaren Nein. Vor Beginn der gestrigen Stadtratssitzung übergaben sie deshalb eine Mappe mit mehr als 3500 Unterschriften an dessen Vorsitzenden, Martin Heinze.

Etwa fünfzig Menschen hatten sich vorm Rathaus eingefunden, um dabei zu sein. Mit Pauken und Trompeten forderten sie die Aufmerksamkeit der Stadträte und Passanten. Ein Banner machte zudem deutlich, was das Anliegen der Aktion ist.

Bürgerentscheid: ja oder nein?

Die Stadträte sollten mit ihren Beschlüssen bezüglich der Altstadtgalerie abwarten, bis das Verwaltungsgericht in Weimar entschieden hat, ob es einen Bürgerentscheid geben darf oder nicht.

Das machte auch Karolin Schulz deutlich, als sie die Mappe mit den in mehr als zwei Monaten gesammelten Unterschriften an den Stadtratsvorsitzenden übergab. "Die Stadträte sollen die Meinung des Wahlvolks berücksichtigen", sagte sie zu Heinze und bat ihn darum, dies an die Stadträte weiterzugeben. "Eine Meinungsäußerung mit Gewicht", lautete der Kommentar Martin Heinzes.

Während der Stadtratssitzung, die direkt im Anschluss begann, lag die dicke Unterschriftenmappe für alle gut sichtbar vor dem Stadtratsvorsitzenden. Als dieser die Sitzung eröffnete, machte er nochmals alle Mitglieder des Gremiums auf die Unterschriften aufmerksam. Gegenüber unserer Zeitung sagte er, dass die Mappe nun an die Verwaltung weitergereicht werde. "Deren Auftraggeber ist der Stadtrat", so die Begründung. Außerdem rechne Heinze damit, dass in der nächsten Sitzung des Stadtrats - Anfang Oktober - eine Stellungnahme erfolgen werde.

Während der Sitzung waren die Publikumsränge gut gefüllt, nur wenige Plätze blieben leer. Gleich zu Beginn stellte Bärbel Schreyer (Freie Wähler) einen Antrag, die Tagesordnung zu ändern und alle Themen, die sich auf das Einkaufszentrum beziehen, zu vertagen. Der Gerichtsbeschluss solle abgewartet werden. Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) widersprach und machte deutlich, dass die Beschlüsse des Stadtrats keinen Einfluss auf das Gerichtsverfahren hätten.

Bärbel Schreyers Antrag wurde abgelehnt, die Abwägungen zum Bebauungsplan blieben auf der Tagesordnung.

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