Höcke will einen „Abschiebeflieger von Erfurt“ aus

Arnstadt  Zum Wahlkampfauftakt der AfD in Thüringen ist die Rednerliste gut gefüllt.

AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke fordert eine „Abschiebeoffensive2020“.

AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke fordert eine „Abschiebeoffensive2020“.

Foto: Sascha Fromm

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Ein Drittel der Stühle im Saal in Arnstadt zum Thüringer Wahlkampfauftakt der AfD bleibt leer. Ungewöhnlich für die Partei, die sonst immer damit offensiv nach außen geht, dass sie gut mobilisieren könne.

Björn Höcke (AfD) lässt seine Fans und Vertrauten erst warten. Nach mehr als zwei Stunden steht er beim AfD-Wahlkampfauftakt in Arnstadt auf der Bühne und widmet sich erst einer Medien- und dann einer CDU-Schelte. Die Ansatzpunkte, die er wählt, sind die altbekannten – und waren nach dem ZDF-Interview erwartbar.

Höcke spricht lange, hat aber nach einer halben Stunde wenig über die konkreten Vorhaben seiner Partei gesagt. Die nennt er erst spät und kündigt eine „Abschiebeoffensive 2020“ an, komme die AfD in Regierungsverantwortung. Dann würde die AfD „Abschiebeflugzeuge vom nicht ausgelasteten Erfurter Flughafen“ starten und er selbst werde „am ersten Abschiebeflieger stehen“ und „winken und rufen, Gute Heimreise“. Das Ja der AfD zur Förderschule betont er dann ebenfalls noch und den im Wahlprogramm verankerten Staatsfonds für die Thüringer.

Vor allem parteipolitische Prominenz

Zum Wahlkampfauftakt der Partei in Arnstadt hat sich vor allem parteipolitische Prominenz versammelt. Bundessprecher Alexander Gauland ist da, der innenpolitische Sprecher der Fraktion im Bundestag, Gottfried Curio, der brandenburger Rechtsaußen Andreas Kalbitz, der Berliner Gewährsmann Höckes, Thorsten Weiß, und andere kommen nach Thüringen. Denn: Nach der Landtagswahl im Oktober steht alsbald die Wahl des Bundesvorstandes an. Wer fehlt in Arnstadt? Der zweite Bundessprecher Jörg Meuthen.

Den Auftakt des Abends gestaltet Gauland. Er nennt Mike Mohring „bürgerlich-konservativ“, seine CDU sei das aber nicht mehr. Er fordert die Union dazu auf, sich von Angela Merkel zu emanzipieren. Gauland dann doppeldeutig: „Wenn wir mitregieren, werden wir unsere Grenzen wieder schützen und auch hässliche Bilder in Kauf nehmen.“ Assoziationen zu früheren Schießbefehl-Äußerungen seiner Parteifreundin Beatrix von Storch und der gewesenen AfD-Chefin Frauke Petry lässt er zu.

Mehr als drei Stunden hören die AfD-Anhänger unzählige Reden. Vor der Halle bleibt es still – die Polizei sichert mit einem kleinen Aufgebot die Veranstaltung ab.

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