Politik erwartet Aufklärung von der Thüringer Awo-Spitze

Erfurt.  Die Awo-Querelen haben die Politik erreicht. Dort soll Druck gemacht werden, um die Vorwürfe gegen die Thüringer Spitzen aufzuklären. Nur eine Partei mauert.

Bei der Awo wird es nicht ruhiger. Jetzt fordert auch die Politik Aufklärung zu den Vorwürfen über Protzautos, überzogene Gehälter und mutmaßliche Schweigegelder.

Bei der Awo wird es nicht ruhiger. Jetzt fordert auch die Politik Aufklärung zu den Vorwürfen über Protzautos, überzogene Gehälter und mutmaßliche Schweigegelder.

Foto: Foto: Heidi Henze / Heidi Henze

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Im Thüringer Landtag gibt es große Einigkeit: Die Vorwürfe gegen die Awo-Spitze und die Tochterfirma Awo AJS Gmbh müssen aufgeklärt werden. Einzig die Linkspartei mauert.

Diana Lehmann, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, macht klar: „Prinzipiell sollten die Managergehälter von sozialen und allen mit öffentlichen Gelder finanzierten Unternehmen offengelegt werden.“ Die bekannt gewordenen Anstöße um überzogene Gehälter, Protzautos und ein mutmaßliches Schweigegeld für einen gefeuerten Prokuristen nennt sie „beunruhigend“.

CDU will bei der Aufklärung helfen

Der CDU verspricht, bei der Aufklärung politisch zu helfen. „Wir werden dazu den uns möglichen Beitrag leisten und im Sozialausschuss einen Selbstbefassungsantrag stellen“, kündigt der stellvertretende CDU-Pressesprecher Felix Voigt an. Dass der Awo-Landesverband als Gesellschafter der AJS und der AJS-Aufsichtsrat personell sehr eng verknüpft sind, das sei zunächst interne Sache der Awo. „Wir erwarten, dass die Herstellung maximaler Transparenz nicht durch die Organisationsstruktur der Awo Thüringen behindert wird.“

Die Linke mauert indes. „Wir werden umgehend in direkten Kontakt zur Awo AJS für ein Gespräch zur aktuellen Situation treten“, lässt die sozialpolitische Sprecherin Karola Stange ausrichten.

Druck auf die Awo-Spitze wächst

Der AfD-Landtagsabgeordnete René Aust erklärt: „Die Parteipolitik muss raus aus den Sozialverbänden.“ Aus seiner Sicht ermögliche diese Verquickung erst diese „fragwürdigen Geschäftspraktiken.“ Grüne und FDP reihen sich ein und fordern größtmögliche Aufklärung.

Derweil wächst intern der Druck auf die Landesspitzen der Awo. Der Regionalverband Mitte-West-Thüringen fordert, „für schnelle Aufklärung, sofortige umfängliche Transparenz und, sollten sich auch nur ein Teil der Vorwürfe bewahrheiten, entsprechende Konsequenzen Sorge zu tragen“. In einer Mail an Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann äußert Vize-Vorstandschefin Anne Daburger ihre Verwunderung darüber, dass es fast drei Jahre nach Veröffentlichung der Awo-Leitlinien durch den Bundesverband „offenbar bis heute nicht gelungen ist, diese Regelungen umzusetzen“.

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