Ramelow: Einschränkungen noch lange nötig

Weimar.  Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) warnt vor der Erwartung einer schnellen Rückkehr zum Normalzustand – noch lange Einschränkungen nötig.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rechnet zunächst nur mit „leichte Veränderungen“ bei den Einschränkungen zur Eindämmung Corona-Pandemie.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rechnet zunächst nur mit „leichte Veränderungen“ bei den Einschränkungen zur Eindämmung Corona-Pandemie.

Foto: Sascha Fromm

Bereits am kommenden Mittwoch – und damit einen Tag früher als ursprünglich geplant – werden sich Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten darüber verständigen, welche Regeln künftig gelten. Bodo Ramelow (Linke) warnt jedoch vor der Erwartung, dass es eine schnelle Rückkehr zum früheren Normalzustand geben wird: In Aussicht sind zunächst nur „leichte Veränderungen“, sagt Ramelow. Dabei müsse immer der Infektionsschutz der Maßstab sein. „Wenn jemand denkt, es gebe ein Zurück zu dem, was am 12. März 2020 verlassen wurde, dem muss ich sagen: Es wird kein Zurück dahin geben. Es gibt keinen Knopf, auf den man drückt, und sagt: Es ist vorbei“, betont er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ramelow rechnet mit Einschränkungen, „solange es kein Medikament, keinen Impfstoff und keine Testmethoden gibt, die so zuverlässig sind, dass wir wirklich die ganze Bevölkerung testen könnten“. Zudem sei er „sehr zurückhaltend mit Äußerungen zu einer möglichen Lockerung der Maßnahmen, solange ich keine Mundschutzmasken für die ganze Bevölkerung habe“, sagt er. Für ihn ist sicher: „Das Land wird ein anderes sein, wenn wir in eine Normalität zurückkehren, die nicht mehr die gleiche ist, wie die, die wir verlassen haben.“ Darin sieht der Ministerpräsident auch eine Aufgabe der gemeinsamen Kommunikation. „Wir als Ministerpräsidenten haben verabredet, nicht von Lockerungen zu reden. Wir reden über Veränderungen und Prozesse“, sagt er. „Wir machen das alles wegen des Infektionsschutzes und nicht um die Menschen zu ärgern“, sagt Ramelow.

Bei den Schulen gehe es zunächst darum: „Wie können wir die Prüfungen sichern?“ Eine Rückkehr zum normalen Unterricht unter Infektionsschutzbedingungen sei derzeit nicht möglich. „Wir müssen überlegen, was man am Unterricht ändern muss“, sieht er als wichtige Aufgabe.

Zuversichtlich stimmt ihn das Verhalten vieler Bürger: „Die Kleingärten sind bei uns zur Zeit die Corona-Oase vor allem auch für Ältere.“ Nun gehe es in allen Bereichen darum, „mit Corona zu leben und sich nicht von Covid-19 in die Knie zwingen zu lassen“.