„Widerstand 2020“ auch in Thüringen aktiv

Erfurt.  Die anhaltenden Corona-Maßnahmen treiben auch in Thüringen Menschen auf die Straße – sie protestieren; auch unter einem neuen neuen Label.

Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift "Widerstand-2020".

Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift "Widerstand-2020".

Foto: Christoph Soeder / dpa

„Widerstand 2020“ nennt sich eine sogenannte Mitmachpartei, die bundesweit derzeit vor allem Online starken Zulauf erfährt. Auf den verschiedensten Kanälen in den sozialen Medien haben sich zahlreiche Menschen binnen weniger Tage angeschlossen. Auch in Thüringen erfährt dieser vor allem digitale Zusammenschluss immer mehr Zulauf. Über 100 Personen schlossen sich beispielsweise binnen kürzester Zeit in sozialen Medien zusammen und verabreden dort diverse „Spaziergänge". So wird beispielsweise am Dienstag zu einer Zusammenkunft in Jena mobilisiert. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

In Erfurt und Gera gab es am Wochenende bereits Zusammentreffen verschiedener Menschen, die sich vor allem gegen die anhaltenden Maßnahmen in der Corona-Pandemie stellen. „Dass die massiven psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu Frustrationen, Verunsicherungen, Protesten und zu neuen politischen Akteuren führen, ist verständlich und völlig normal“, schreiben der Vorsitzende der Mobilen Beratung in Thüringen, Sandro Witt, und der Chef des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena, Matthias Quent, in einer gemeinsamen Mitteilung.

Sie warnen jedoch davor, dass der Protest missbraucht wird. „Wir beobachten besorgt, dass antidemokratische und rechtsextreme Akteure auch in Thüringen bereits versuchen, die Situation zu instrumentalisieren und die aufkeimenden Proteste zu vereinnahmen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Quent und Witt nennen zum Beispiel die beiden Zusammentreffen in Erfurt und Gera an diesem Wochenende. Auffällig dabei sei: Die Zahl der Teilnehmer überschreitet jene Anzahl der Menschen, die sich online vernetzt haben, deutlich.

Im Gespräch mit dieser Zeitung bezeichnet Matthias Quent das, was sich derzeit unter dem Label „Widerstand 2020“ sammelt, als „sehr diffus“. Bisher wisse man noch zu wenig über jene, die dort gemeinsam protestieren. Klar sei aber, dass der Gründer der selbst ernannten Mitmachpartei „Widerstand 2020“ sich populistisch äußere und damit auch einen Personenkreis anzieht, der in der rechtsextremen Szene oder bei Verschwörungstheoretikern beheimatet ist.

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