Erfurt: Arzneimittel für Patienten automatisch abfüllen

Erfurt  Ein neues System der Unit-Dose-Versorgung im Helios-Klinikum spart Zeit und entlastet die Pflege.

Zeit und Nerven spart das automatische Abfüllen der Medikamententütchen für stationäre Patienten, sagt Dominic Fenske, der Krankenhausapotheke im Helios-Klinikum Erfurt leitet. Die Pharmazeutisch-Technische Assistentin Nicole Sauerbrei arbeitet ebenfalls in der Apotheke des Klinikums.

Zeit und Nerven spart das automatische Abfüllen der Medikamententütchen für stationäre Patienten, sagt Dominic Fenske, der Krankenhausapotheke im Helios-Klinikum Erfurt leitet. Die Pharmazeutisch-Technische Assistentin Nicole Sauerbrei arbeitet ebenfalls in der Apotheke des Klinikums.

Foto: Bild13 / Helios-Klinikum Erfurt

Ein neues System der automatisierten Arzneimittelversorgung wird im Helios-Klinikum verwendet. Ein Automat übernimmt die Vorsortierung der Medikamente für die stationären Patienten und verpackt sie in kleine Tütchen, sogenannte Blister.

Digitalisierte Prozesse sorgen für Transparenz und merzen Fehlerquellen aus

Die Apotheke des Klinikums setzt damit nach eigenen Angaben auf eine technische Innovation, die für maximale Sicherheit in der Arzneimitteltherapie sorgt und gleichzeitig eine Arbeitsentlastung für die in der Pflege Beschäftigten bedeutet. „Es ist spannend, wie sich Prozesse zeitgemäß digitalisieren und damit vereinfachen lassen. Abläufe werden so nicht nur transparenter, sondern auch sicherer“, sagt Dominic Fenske, der die Krankenhausapotheke leitet.

Üblicherweise gehöre es zu den vielen verantwortungsvollen Aufgaben der Pflegekräfte, die ärztlich verordneten Arzneimittel zu verabreichen. Wie Fenske erklärt, werden die Medikamente in rauen Mengen in der Apotheke des Klinikums bestellt und anschließend händisch und nach dem Vier-Augen-Prinzip aufbereitet. Auch die Dokumentation laufe manuell. Das sei zeitaufwendig und fehleranfällig. Mit der neuen Einzeldosis- beziehungsweise Unit-Dose-Versorgung löst der automatisierte den manuellen Prozess ab. „Das spart Zeit und Nerven“, weiß Fenske.

Bis zu 60 Tütchen pro Minute werden mit Medikamenten gefüllt – 10.000 Arzneimittel am Tag

Das System nutzt die von der elektronischen Patientenakte bereitgestellten Daten. Feste Arzneimittel wie Tabletten und Kapseln können mit einer Maximalgeschwindigkeit von bis zu 60 Blistern pro Minute verpackt werden. Das ergibt rund 10.000 Arzneimittel pro Tag. Um Verwechslungen zu vermeiden, sind die Blister mit allen wichtigen Informationen zum Medikament bedruckt.

Ergibt eine eingetragene Verordnung keinen Sinn, kommt ein spezielles Warnsystem zum Zuge. Die gepackten Tütchen durchlaufen noch eine Kontrollstation und werden elektronisch erfasst. Auf den Stationen scannen die Pflegekräfte die Tütchen, wenn die Patienten sie bekommen.
Das automatisierte Verpacken ist keine neue Erfindung, wie Helios mitteilt. Eine Erhebung aus dem Jahr 2018 hält fest, dass etwa acht Prozent der Krankenhausapotheken in Deutschland mit diesen Automaten ausgestattet sind. „Tendenz steigend – wie unsere Erfahrungen im Rahmen des Projekts zeigen“, ergänzt Apothekerin Nathalie Bräuer. „Wir nutzen zwei Automaten mit jeweils 320 Kanistern – voll mit den unterschiedlichsten Medikamenten.“ Patienten können zukünftig einen QR-Code auf dem Blister mit ihrem Smartphone scannen, der sie zum Beipackzettel ihres Medikaments leitet. Der geschlossene Medikationskreis mit elektronischer Patientenakte und automatischer Medikamentenverpackung gewährleistet, dass alle Beteiligten mit den gleichen Informationen versorgt sind.