Fast alles neu zur Weihnachtszeit im Erfurter Puppenstubenmuseum

Erfurt.  Viele neue Exponate hat das private Puppenstubenmuseum von Steffi Rebettge-Schneider in Erfurt zu bieten.

Herzallerliebst: eine bäuerliche Puppenstube, um 1910, reich ausgestattet, mit Mosaikboden im Puppenstubenmuseum Erfurt.

Herzallerliebst: eine bäuerliche Puppenstube, um 1910, reich ausgestattet, mit Mosaikboden im Puppenstubenmuseum Erfurt.

Foto: Sibylle Göbel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn sich ein Thüringer Museum wenigstens zweimal im Jahr neu erfindet, dann ist es das Puppenstubenmuseum von Steffi Rebettge-Schneider: Die passionierte Sammlerin stattet ihr privates Museum nämlich immer wieder nahezu komplett mit neuen und noch nicht gezeigten Exponaten aus. Das hat nicht nur mit der ungebrochenen Sammelleidenschaft der Erfurterin zu tun, die ihrem Vorsatz „Jetzt ist aber erst mal Schluss mit Ankäufen“ immer wieder untreu wird. Etliche Schätze – ob Puppenstuben, Kaufmannsläden oder Mini-Bauernhöfe – finden quasi auch von selbst zu ihr.

„Kindheit verkauft man nicht, Kindheit verschenkt man“

Ursula Mohring beispielsweise hat dem Museum ihr eigenes Puppenhaus überlassen, nachdem erst sie, dann ihre Kinder und sogar die Enkelkinder damit gespielt hatten. „Kindheit verkauft man nicht, Kindheit verschenkt man“, findet die rüstige Seniorin aus Erfurt, die das Puppenhaus einst als Vierjährige bekam. Bei Steffi Rebettge-Schneider, die alle Objekte hegt und pflegt, als wären es die britischen Kronjuwelen, weiß die 74-Jährige das gute Stück in besten Händen. Der Wunsch, „Haus Heike“, wie sie ihr Puppenhaus genannt hatte, wieder einmal zu besuchen, führte Ursula Mohring jetzt zwar erneut ins Museum. Dort aber erwartete sie statt ihres geliebten Spielzeugs, für das in der Weihnachtsausstellung schlicht kein Platz mehr blieb, eine Überraschung: Die Museumschefin begrüßte sie als 26.000. Besucherin seit der Eröffnung im September 2014.

Eine stattliche Zahl auch angesichts der Tatsache, dass das Museum nur wenige Tage in der Woche geöffnet haben kann. Doch der Besuch lohnt immer wieder: Neu zu sehen ist unter anderem der zweite mannshohe Regalschrank eines Leipziger Bastler-Ehepaars, der einem Querschnitt durch ein mehretagiges Geschäftshaus gleicht: mit entzückendem Lampenladen, mit Tierarztpraxis, Chocolaterie, Blumengeschäft und Paketshop. Alles ungemein detailreich und detailgetreu ausgestattet – und natürlich winzig klein. Daneben sind erstmals verschiedene Puppenstuben aus der Zeit zwischen 1880 und 1910 zu sehen, teils mit Stoffbespannung an den Wänden und echtem Parkettboden, und eine elektrische Luftschaukel.

Fischersand 9, Dienstag 11-16.30, Samstag/Sonntag 10.30-16.30 Uhr geöffnet, 25./26. Dezember und 1. Januar geschlossen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren