Wahlkampf-Lkw der Thüringer AfD abgebrannt

Artern/Reinsdorf  Die Polizei ermittelt in alle Richtungen – AfD-Landeschef Björn Höcke spricht von politisch motiviertem Anschlag.

Der Lastwagen, den die Thüringer AfD für den Transport von Veranstaltungstechnik nutzt, ist auf dem Privatgelände eines Mitgliedes der Partei abgebrannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Lastwagen, den die Thüringer AfD für den Transport von Veranstaltungstechnik nutzt, ist auf dem Privatgelände eines Mitgliedes der Partei abgebrannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Foto: AfD Thüringen

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Eine Woche vor der Landtagswahl ist am frühen Samstagmorgen kurz nach 6 Uhr ein Lastwagen, den die Thüringer AfD für den Transport von Veranstaltungstechnik nutzt, abgebrannt. Der Laster stand bei einem AfD-Mitglied auf einem Hof nahe Artern. Dort war er am Freitag noch bei einem Familienfest im Einsatz.

Ein Parteisprecher sagte, der entstandene Schaden liege im sechsstelligen Bereich. Noch vor der zuständigen Nordhäuser Polizei hatte die AfD selbst via Mitteilung von einem Brandanschlag gesprochen. AfD-Landeschef Björn Höcke erklärte: „Die Umstände des Anschlags lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich hierbei um eine politisch motivierte Tat handelt.“

Der Lastwagen habe auf dem Privatgelände eines Mitgliedes der Partei gestanden. Dort sei er nach dem Familienfest in Artern am Freitag hingefahren worden, sollte am Samstag eigentlich erneut bei einer Wahlkampfveranstaltung in Nordthüringen im Einsatz sein. Es sei, erklärte Höcke, nur dem schnellen Einsatz der Feuerwehr zu verdanken, dass bei dem Brand keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Der Lastwagen habe in unmittelbarer Nähe eines Wohnhauses gestanden.

Kurz nach der Partei äußerte sich auch eine Polizeisprecherin auf Anfrage dieser Zeitung – sie bestätigte nicht, dass es sich um einen Brandanschlag handelt. „Wir ermitteln derzeit in alle Richtungen zur Brandursache“, sagte sie. Brandstiftung und ein politisches Tatmotiv seien aber ausdrücklich nicht ausgeschlossen, sagte sie wenige Stunden nachdem der Lkw gegen 4 Uhr am Samstagmorgen abgebrannt war. Menschen seien bei dem Brand nicht zu Schaden gekommen. Den Schaden beziffert die Polizei mit mindestens 80.000 Euro.

In den vergangenen Wochen hatte sich die Situation im Landtagswahlkampf gegen alle politischen Seiten zugespitzt. Erst am Freitag durchsuchte die Polizei Wohnungen von zwei Personen in Bleicherode (Landkreis Nordhausen) und im ostthüringischen Pößneck, die gegen den Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und den Grünen-Bundeschef Robert Habeck im Zusammenhang mit der Thüringer Landtagswahl Drohungen ausgesprochen hatten. AfD-Chef Höcke selbst hat im Landtagswahlkampf ebenfalls Morddrohungen erhalten. In einem Schreiben wurde auch seiner Familie nach dem Leben getrachtet. Ebenso sieht sich CDU-Chef Mike Mohring Morddrohungen ausgesetzt. FDP-Chef Thomas L. Kemmerich musste in der vergangenen Woche eine Drohung, die an sein Privathaus in Weimar geschmiert wurde, feststellen. In allen Fällen ermittelt die Thüringer Polizei.

Wahlkreisbüro von AfD-Politiker Brandner mit Farbe beschmiert

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