Oberhof senkt zum Biathlon-Weltcup die Ticket-Preise

Oberhof  Der Biathlon-Weltcup will nicht nur günstiger werden, sondern auch mit besserem Service punkten. Der Kartenvorverkauf startet am 1. September.

Von Schnee kaum etwas zu sehen: Die Oberhofer Organisatoren des Biathlon-Weltcups haben immer wieder mit den Wetterunbilden zu kämpfen. Foto: Hendrik Schmidt

Von Schnee kaum etwas zu sehen: Die Oberhofer Organisatoren des Biathlon-Weltcups haben immer wieder mit den Wetterunbilden zu kämpfen. Foto: Hendrik Schmidt

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Nein, es ist schwer vorstellbar in diesen Tagen, dass es Menschen gibt, die gerade an den Winter denken. Aber Christopher Gellert darf keine Zeit verlieren. Längst steckt der Chef des Biathlon-Weltcups in Oberhof in den Vorbereitungen auf die kommende Saison – und muss mit seiner Mannschaft ordentlich die Ärmel hochkrempeln. „Unsere Veranstaltung ist kein Selbstläufer mehr. Dass unsere Wettbewerbe ausverkauft sind, ist schon lange nicht mehr so“, sagt Gellert mit Blick auf den Biathlon-Weltcup, der im kommenden Jahr vom 7. bis 10. Januar am Grenzadler ausgetragen wird.

Mit gesenkten Eintrittspreisen, besonderen Aktionen, mehr Service am Veranstaltungsort und bessere Werbung wollen die Veranstalter wieder mehr Besucher anlocken. Im vergangenen Januar kamen mit 66 500 Zuschauern so wenige Biathlon-Fans wie schon lange nicht mehr zu Thüringens bedeutendstem Sportereignis. Am 1. September startet der Kartenvorverkauf.

Vor allem auch wegen des widrigen Wetters mit Wind, milden Temperaturen und Regen waren zuletzt immer mehr Zuschauer gleich lieber zu Hause geblieben. „Deshalb hoffen wir ganz besonders, dass wir endlich mal wieder mit gutem Wetter bedacht werden. Wir brauchen Schnee. Es tut weh, sich immer wieder mit diesem Thema befassen zu müssen“, sagt OK-Chef Gellert.

Die Preise für die Eintrittskarten wurden für die Einzeltickets im Vorverkauf um ein bis acht Euro gesenkt. Eine Streckenkarten am Donnerstag oder Freitag kostet demnach künftig 10 Euro, ein Ticket in der Arena dagegen 30 Euro. Lediglich die Wochenend-Preise für die Karten in der Arena und auf der Sitzplatztribüne sind gleich geblieben. Damit künftig wieder mehr Familien zum Biathlon-Weltcup kommen, wurde der freie Eintritt auf Kinder bis zwölf Jahre ausgeweitet. „Bislang hatten nur Kinder bis zum zehnten Lebensjahr freien Eintritt. Wir wollen ein attraktives Programm für die ganze Familie anbieten“, sagt Gellert, der festgestellt hat, dass in den vergangenen drei Jahren vor allem aus den angrenzenden Bundesländern immer weniger Besucher an den Rennsteig strömten.

Um noch mehr Fans in ganz Deutschland zu erreichen, gibt es die Karten vom 1. September an nicht nur über das Internet ( www.weltcup-oberhof.de ), die Tickethotline (01805 - 303435) und in den bekannten Vorverkaufsstellen, sondern auch an ausgewählten Orten wie zum Beispiel die Touristen-Informationen in Dresden oder dem Seebad Ahlbeck auf der Insel Usedom. Sogar an der Theaterkasse in Hamburg können die Tickets gekauft werden.

Zum besseren Service soll von Januar 2016 an auch gehören, dass nach dem Ende der Veranstaltung das Gelände rund um den Grenzadler länger geöffnet bleibt und nicht der Eindruck entsteht, man wolle die Besucher so schnell wie möglich wieder nach Hause schicken. „Es geht nicht, dass dort alles schon um 17 Uhr schließt. Es ist vorgesehen, dass dort noch bis 20 oder 21 Uhr Betrieb ist“, sagt der Oberhofer OK-Chef: „Wir wollen mit den Zuschauern zusammen Party machen.“ Dazu spielt am Grenzadler jeden Tag eine Liveband.

Fast alles aber steht und fällt mit dem Wetter. Der milde Winter 2014/2015 hat auch ein finanzielles Loch bei den Weltcup-Machern in Oberhof hinterlassen. Ungeplant musste ein finnischer Schneeerzeuger installiert werden, was alleine schon 100 000 Euro verschlungen hat. Damit die Schneesicherheit verbessert wird, entsteht unmittelbar an der Skihalle wie von der Internationalen Biathlon-Union (IBU) gefordert ein Schneedepot, das im September fertig gestellt werden soll. „Von November an sind wir bereit, um künstlichen Schnee zu produzieren. Aber auch dafür muss es mindestens minus vier Grad sein“, sagt Bob-Olympiasieger Andre Lange, seit einem Jahr der Leiter des Thüringer Wintersportzentrums. Schwer vorstellbar alles in diesen Tagen. Selbst Oberhof meldete gestern Nachmittag zum Baden freundliche 26 Grad im Schatten.

www.weltcup-oberhof.de