Blankensteiner Zellstoffwerk könnte 12.500 Lkw-Fahrten einsparen

Der Zellstoffhersteller Rosenthal treibt nach einem erneuten Umsatzplus sein Investitionsprogramm voran. Das Unternehmen mit Sitz in Blankenstein erzielte mehr als 200 Millionen Euro Umsatz und will nun sein Gelände vergrößern. Außerdem soll eine erneuerte Höllentalbahn mehr Fracht transportieren.

Erfolgreich: Die Zellstofffabrik in Blankenstein wird weiter ausgebaut. Transporte könnten nach den Vorstellungen von Geschäftsführung und Anwohnern jedoch stärker auf der Schiene stattfinden. Foto: Jan Hartmann

Erfolgreich: Die Zellstofffabrik in Blankenstein wird weiter ausgebaut. Transporte könnten nach den Vorstellungen von Geschäftsführung und Anwohnern jedoch stärker auf der Schiene stattfinden. Foto: Jan Hartmann

Foto: zgt

Blankenstein. Nach 14,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr sollen dieses Jahr weitere 7,2 Millionen Euro fließen - in ein neues Lager für Holzhackschnitzel sowie den Ausbau der Eindampfanlage, teilte das Unternehmen am Montag in Blankenstein (Saale-Orla-Kreis) mit. Die Anlage soll zum Jahresende in Betrieb gehen. Rosenthal gehört zur nordamerikanischen Mercer-Gruppe.

Für 16,5 Millionen Euro Strom verkauft

Das Unternehmen mit gut 440 Mitarbeitern hat im vergangenen Jahr knapp 360.500 Tonnen Zellstoff hergestellt - gut 1200 weniger als 2013. Dennoch kletterte der Umsatz auf 214 Millionen Euro (2013: 202 Millionen) - nach Firmenangaben der höchste Wert seit dem Jahr 2000. Darin enthalten sind auch Einnahmen aus dem Verkauf von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung, die sich auf 16,5 Millionen Euro beliefen. Zum Gewinn machte das Unternehmen keine Angabe, allerdings würden schwarze Zahlen geschrieben, hieß es. Für 2015 rechnet Rosenthal nach Angaben von Geschäftsführer Leonhard Nossol mit Produktion und Absatz etwa auf dem Niveau der vergangenen Jahre.

Probleme bereitet dem Unternehmen die Schienenanbindung. Um künftig mehr Holz mit der Bahn anzuliefern, will Rosenthal dieses Jahr die Weichen für weitere Investitionen stellen. Geplant ist, für fünf bis sechs Millionen Euro ein Terminal für die Anlieferung von Holz per Bahn auf dem Werksgelände zu bauen. Das Projekt soll dieses Jahr vorbereitet und 2016 umgesetzt werden. Die Kapazität soll 400.000 Festmeter Holz pro Jahr betragen. Damit will Rosenthal auf Kritik aus umliegenden Orten an Verkehrs- und Lärmbelastung durch das Werk reagieren.

Nossol setzt sich seit Jahren dafür ein, die sogenannte Höllentalbahn zwischen Blankenstein und dem bayerischen Bahnhof Marxgrün wiederzubeleben. Sie war infolge der Teilung Deutschlands stillgelegt worden, später wurden auch die Gleise abgebaut. Auf einer erneuerten Höllentalbahn könnte noch weitaus mehr Fracht vom Lastwagen auf den Zug verlagert werden, erläuterte Nossol. Er sprach von jährlich etwa 12.500 Lkw-Fahrten, die so ersetzt werden könnten.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.