DB investiert: Mit 200 Stundenkilometern von Erfurt nach Eisenach

Erfurt  Die Deutsche Bahn will noch in diesem Jahr damit beginnen, die Strecke Erfurt-Eisenach auszubauen. Ab 2017 sollen dann Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern möglich sein.

Ein ICE rauscht an Erfurt vorbei: In einigen Jahren soll die Strecke bis zum Flughafen in Frankfurt am Main in zwei Stunden zurückgelegt werden. Foto: Marco Kneise

Ein ICE rauscht an Erfurt vorbei: In einigen Jahren soll die Strecke bis zum Flughafen in Frankfurt am Main in zwei Stunden zurückgelegt werden. Foto: Marco Kneise

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Die Deutsche Bahn will noch in diesem Jahr damit beginnen, die Strecke Erfurt-Eisenach auszubauen. Ab 2017 sollen dann Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern möglich sein. Das brächte einige Minuten Zeitersparnis, die einen „stabileren Fahrplan“ und „verbesserte Anschlussbeziehungen“ ins restliche Bundesgebiet gewährleisten sollen, sagt Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Thüringen. Großes Ziel für 2017 sei, die Fahrzeit von Erfurt zum Flughafen Frankfurt am Main auf zwei Stunden zu reduzieren.

Die Gleise, Weichen und Signaltechnik werden nach Bahn-Angaben nicht neu gebaut, sondern erneuert. Das sei allein schon aus Altersgründen der Teile nötig. Der Bahnübergang in Schönau (Wartburgkreis) werde jedoch durch eine Straßenüberführung ersetzt. Für die Bauarbeiten an der Strecke Erfurt-Eisenach müsse diese vor-aussichtlich ab Herbst 2016 eingleisig befahren werden, heißt es von der Bahn. Weil man sich derzeit noch in der Feinabstimmung befinde, könne man zu den genauen Beeinträchtigungen für die Fahrgäste noch nichts genaues sagen, heißt es. Das werde rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten nachgeholt.

Insgesamt will die Deutsche Bahn AG in den kommenden vier Jahren 1,2 Milliarden Euro in Tunnel, Stellwerke, Gleise, Brücken, Bahnhöfe und die restliche Infrastruktur investieren.

Ein Schwerpunkt ist die Fertigstellung der Aus- und Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt-Leipzig/Halle-Berlin. Im Dezember 2015 soll ein weiterer Streckenabschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Halle/Leipzig und Erfurt in Betrieb gehen. Dafür werde nach Bahn-Angaben „intensiv“ an der Einbindung der Neubaustrecken Ebensfeld-Erfurt und Erfurt-Halle/Leipzig in die bestehende Infrastruktur im Knoten Erfurt bei laufendem Verkehr gearbeitet und gemeinsam mit der Stadt Erfurt die Brücke über den Azmannsdorfer Weg neu gebaut. Auf dem thüringisch-sächsischen Teilabschnitt solle im August der Probebetrieb mit ICE-Zügen aufgenommen werden, sagt Konzernbevollmächtigter Hädrich.

„Die komplette Inbetriebnahme des Projektes VDE 8 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit) mit der Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt erfolgt zum Fahrplanwechsel 2017“, sagt eine Sprecherin. „Damit wird der Eisenbahnknoten Erfurt zum ICE-Kreuz“, und die Landeshauptstadt rücke ein wenig näher an Europa heran.

Ein weiteres Bauvorhaben der Bahn ist die Modernisierung der Strecke Nordhausen–Wolkramshausen. Hier sollen die Züge künftig mit maximal 140 statt 100 Stundenkilometern fahren können. Von 2018 bis 2020 soll zudem die Strecke Erfurt-Nordhausen ausgebaut werden. Beide Vorhaben sollen die Reisezeit von der Landeshauptstadt in die nordthüringische Stadt verkürzen.

Zur Stärkung der Mitte-Deutschland-Verbindung baut die Bahn bereits seit Anfang 2014 zwischen Weimar und Gera den Streckenabschnitt Neue Schenke-Stadtroda zweigleisig aus. Dabei werden die Abschnitte Weimar-Mellingen-Großschwabhausen und Neue Schenke-Stadtroda vollständig zweigleisig ausgebaut und der gesamte Umbauabschnitt mit Neigetechnik ausgestattet. Gleichzeitig werden Teile der Bahnhöfe Jena-West, Jena-Göschwitz und der Haltepunkt Oberweimar erneuert. Die Bauarbeiten sollen im Dezember 2016 abgeschlossen sein.

Interessant für Eisenbahn-Nutzer dürfte auch sein, dass der Hauptbahnhof Erfurt in diesem Jahr über Pfingsten nicht gesperrt werden soll.

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