Gutachten zum Gothaer "Glitzerpalast" liegen vor

Die Bebauung des Areals zwischen Moßler- und Gartenstraße wird auch den Stadtrat der nächsten Legislatur beschäftigen. Am 10. September 2014 soll der Bebauungsplan der abgespeckten Variante des Erlebnis- und Einkaufsquartiers an der Gartenstraße ausgelegt werden.

Auf dieser Freifläche zwischen Moßlerstraße und Gartenstraße soll ein Einkaufszentrum entstehen. Foto: Dirk Bernkopf

Auf dieser Freifläche zwischen Moßlerstraße und Gartenstraße soll ein Einkaufszentrum entstehen. Foto: Dirk Bernkopf

Foto: zgt

Gotha. Dann sei dazu auch noch mal ein öffentliches Forum möglich. Das kündigte der für Baubelange zuständige Bürgermeister Klaus Schmitz-Gielsdorf (parteilos) gestern, zur letzten Sitzung des Stadtrates vor der Kommunalwahl, an.

Die Centerpläne waren korrigiert und die Verkaufsfläche von anfangs 15.900 Quadratmetern auf 12.500 Quadratmeter reduziert worden. Dafür liegen nun Verträglichkeitsstudie, Schall- und Verkehrsgutachten vor, auch eine Stellungnahme des Landesverwaltungsamtes Weimar zur dritten Änderung des Flächennutzungsplanes für das Karree. Die Hinweise sollen eingearbeitet, Teile des Flächennutzungsplanes noch mal überarbeitet werden, teilte Schmitz-Gielsdorf mit.

Um was für Hinweise es sich konkret handelt, wollte er erst im nichtöffentlichen Teil der gestrigen Sitzung bekannt geben. Die Stellungnahme des Stadtplanungsamtes zum Flächennutzungsplan sei im Landesverwaltungsamt höchst verwundert aufgenommen worden, berichtete Dietrich Wohlfarth (FWG). Der Grund: Es seien persönliche Wertungen eingearbeitet worden. Bürgermeister Schmitz-Gielsdorf versicherte, dass mit dem Mitarbeiter deswegen gesprochen worden sei. Er selbst zeigte sich wiederum verärgert, dass Stadtratsmitglieder der übergeordneten Behörde das Schreiben vorab zukommen gelassen haben. Das sei dem Kontakt zum Landesverwaltungsamt nicht dienlich. Seiner Auffassung nach müssen solche Angelegenheiten erst im Stadtrat entschieden werden.

Die Stellungnahme bekräftige nur schon lange gehegte Bedenken zum Center, stellte Bernd Fundheller (Linke) fest. Die lauten: zu groß, falsches Sortiment und der Innenstadt nicht dienlich. Fundheller erinnerte daran, dass im ursprünglichen Flächennutzungsplan der Grünzug bedeutend größer konzipiert gewesen sei, vom Krahnberg bis zum Seeberg. Die Fragen, die sich mit diesem Großmarkt verbinden, sind für ihn nicht weg. Bevor der B-Plan in die Genehmigungsphase gehe, sollte die Stadtverwaltung beachten, was die Landesbehörde dazu sage, rät er.

Schmitz-Gielsdorf sagte, dass mit dem verkleinerten Projekt ein Grünzug wieder möglich sei. Der Center-Plan hatte diesen unterbrochen, verdeutlichte er.

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