IHK prophezeit Thüringen für 2011 ein höheres Wachstum

Nach einer Umfrage bei 28.000 Unternehmen - darunter auch hunderte in Thüringen - korrigieren die Kammern ihre Wachstumsprognosen für den Freistaat nach oben - trotz Risiken bei Rohstoffen und Arbeitskosten.

IHK Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser - hier mit seinem Präsidenten Dieter Bauhaus - sieht die Thüringer Wirtschaft im Aufwind. Foto: Peter Michaelis

IHK Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser - hier mit seinem Präsidenten Dieter Bauhaus - sieht die Thüringer Wirtschaft im Aufwind. Foto: Peter Michaelis

Foto: zgt

Erfurt/Berlin. Nachdem bereits im letzten Jahr die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum häufig nach oben korrigiert wurden, legte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach: Drei Prozent Wirtschaftswachstum werden für dieses Jahr erwarten, während die Bundesregierung noch von schnöden 2,3 Prozent ausgeht.

"Wir sollten schon etwas positive Grundstimmung verbreiten", sagte folglich der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Erfurt, Gerald Grusser. Auch für Thüringen geht die Kammer nun von einem Wachstum von drei Prozent aus – vor gut einem Monat sprach Grussers Präsident noch von 2,5 Prozent.

Kaum noch Firmen mit zu wenig Auslastung

Grundlage für die sonnige Stimmung ist die Umfrage des DIHK, bei der 28 000 Unternehmen auch in Thüringen befragt wurden. Und tatsächlich, in mancher Branche steht offenbar ein sehr gutes Jahr bevor: So wollten 37 Prozent der Unternehmen ihr Investitionsbudget aufstocken – 29 Prozent dieser Firmen tun das, weil sie ihre Kapazitäten ausweiten wollen. Ein reichliches Drittel investiert mehr, weil neue Produkte an Markt etabliert werden sollen.

Auch bei der Auslastung der Betriebe bestehe Grund zum Optimismus. Lediglich drei Prozent hätten eine problematische Auslastung von weniger als 50 Prozent, sagte der Kammer-Geschäftsführer. Besonders gut laufe es – wie auch in der jüngeren Vergangenheit – in der Industrie. Deren Erfolg beim Warenexport lobte auch die IHK Südthüringen in Suhl – das exportorientierte Modell gelte es zu übernehmen, wenn man in der ersten Liga spielen wolle. 15 Prozent der Betriebe im Industriebereich wollten einstellen, kaum einer denke über Personalabbau nach. Schlecht – im Winter auch saisonal bedingt – laufe es hingegen in der Baubranche. 35 Prozent der Unternehmen wollten hier Personal abbauen.

Die "Kreditklemme" hat sich nicht bewahrheitet

Dennoch, "die Thüringer Wirtschaft findet zu alter Stärke zurück", sagt Grusser. Der Blitzstart aus dem historischen Tief übertreffe die kühnsten Erwartungen. Ein bisschen will die Kammer dennoch die überschäumende Stimmung dämpfen: Immerhin zwei Drittel der Betriebe betrachteten steigende Energie- und Rohstoffkosten als Problem für ihre Unternehmensentwicklung. Auch anstehende Tarifverhandlungen, so der Kammerchef, dürften nicht dazu genutzt werden, allzu große Einkommenssteigerungen zu beschließen. Ein Großteil der Unternehmen habe noch immer Bedarf, das während der Krise aufgezehrte Kapital wieder aufzubauen.

Erfreulich aus Sicht der Unternehmen sei allerdings, dass sich die Angst vor einer "Kreditklemme", also einer unzureichenden Finanzierung der Unternehmen, nicht bewahrheitet habe.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.