Musical „Simply the best – Die Tina Turner Story“ kommt nach Erfurt: Ein Interview mit Axel Gernandt

Erfurt/Suhl.  Alex Gernandt hatte sich Tina Turner anders vorgestellt. Warum? Darüber spricht er anlässlich des ihr gewidmeten Musicals, das nach Erfurt kommt.

Zu Ehren des 80. Geburtstags der „Queen of Rock“ wird „Simply The Best – Die Tina Turner Story“ bis weit ins Jahr 2020 hinein auf große Tour durch Deutschland, Österreich und Italien gehen! Am 2.1. kommt das Musical, Coco Fletcher spielt Tina Turner, nach Erfurt.

Zu Ehren des 80. Geburtstags der „Queen of Rock“ wird „Simply The Best – Die Tina Turner Story“ bis weit ins Jahr 2020 hinein auf große Tour durch Deutschland, Österreich und Italien gehen! Am 2.1. kommt das Musical, Coco Fletcher spielt Tina Turner, nach Erfurt.

Foto: Foto: Davids

Das neue Jahr beginnt in der Erfurter Messe fulminant: Mit dem Musical „Simply the best - Die Tina Turner Story“. Die Königin des Rock’n’Roll ist seit wenigen Tagen 80 Jahre alt, sie lebt zurückgezogen in der Schweiz. Mit dem Musical wird ihr ein musikalisches Denkmal zu Lebzeiten gesetzt. Wir haben mit Alex Gernandt, der die Künstlerin mehrfach zu Interviews traf, über Tina Turner und das Musical gesprochen.

Wie war Ihre erste Begegnung mit Tina Turner?

Ich hatte damals in Dortmund in der Westfalenhalle vor ihrem Auftritt die große Ehre, ein Interview mit ihr zu bekommen. Sie war ja bekannt dafür, dass sie wenige Interviews gab. Deshalb sollte das auch das einzige Interview sein, das sie in Deutschland gab.

Wie lief’s?

Ich dachte, sie wäre so burschikos-kumpelhaft. Dann kam sie und war total mürrisch. Sie sagte wörtlich ‚Lass es uns schnell hinter uns bringen‘. Da wurde mein Bild von ihr schon zerstört.

Das sind schlechte Voraussetzungen für ein gutes Interview.

Aber es lief eine Stunde. Sie hatte keinen Bock darauf und war mürrisch, weil sie keine Journalisten mochte. Ihr Türsteher stand mit verschränkten Armen an der Seite. Sie hat jede Frage von mir damit beantwortet, dass das nur ein Gerücht sei. Irgendwann entgegnete ich ihr, dass Interviews ja auch eine Möglichkeit seien, mit Gerüchten aufzuräumen.

Das tat sie?

Ihr gefiel das und es war die Wendung in dem Gespräch.

Auf welches Gerücht haben Sie sich denn gestürzt mit Ihren Fragen?

Ich wollte wissen, ob sie nochmal Mutter werden wollte. Sie hatte damals einen neuen Lebensgefährten.

Welches Verhältnis pflegte sie denn zu ihren Fans, wenn sie Journalisten schon nicht mochte?

Tina Turner lebte für die Bühne.

Einigen wir uns darauf, dass sie für die Bühne lebt.

Natürlich. (lacht) Das macht sie so besonders. Sie ist kein besonders öffentlicher Mensch, war ihren Fans aber unheimlich dankbar dafür, dass die sie bei ihrem großen Comeback so unterstützt haben.

Wie oft trafen Sie sich?

Insgesamt drei Mal, aber das letzte Mal ist auch schon ewig her.

Was unterscheidet Turner und Michael Jackson eigentlich voneinander?

Michael Jackson hab ich noch öfter getroffen, er war auch der spektakulärere Star. Beide jedenfalls sind vergleichbar, weil sie einen Menschen in ihrem Leben haben, der das Beste und das Schlechteste für sie war. Bei Jackson sein Vater Joseph und bei Tina ihr Ehemann Ike Turner. Der hat sie ja gemacht und ihr erst den Namen ‚Tina‘ gegeben. Er machte sie damit aber quasi zu seiner Leibeigenen. Beide haben jedenfalls einen sehr großen Preis für ihren Ruhm bezahlt.

Beide Stars bekommen ja ihr Musical. Wie viel Personenkult ist eigentlich noch gesund?

Nun, das Starsein und der Personenkult gehen natürlich einher miteinander. Man hat welche, die sind unscheinbarer und andere eben unerreichbar. Ich habe aber mittlerweile das Gefühl, dass der große Personenkult in den 80ern stattfand.

Bis heute werden immer neue Stars am ‚Fließband‘ produziert bei den zahlreichen Casting-Sendungen. Wie schauen Sie darauf?

Ich tue mich schwer, von Stars zu sprechen bei denen, die aus diesen Sendungen hervorgehen. Denn bei den Sendungen geht es in erster Linie um Quote und die TV-Performance. Wenn man das mit Jackson, Turner oder Prince vergleichen will, dann ist der Unterschied, dass die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben und den steilen Weg nach oben gegangen sind. Während die Sänger aus den Castingshows keine Halbwertszeit haben, leider.

Also wird die Musikszene immer flacher.

Das würde ich pauschal nicht sagen. Es gibt nach wie vor spannende, neue Künstler. Die Frage ist nur, wie groß die dabei werden. Denn die Königsdisziplin ist es, über großes Talent zu verfügen und dann viele Menschen zu begeistern.

Wird denn die Show „Simply The Best“ Tina Turner gerecht?

In jedem Fall. Man hat mit Coco Fletcher die perfekte Tina-Turner-Kopie gefunden. Man merkt, dass Coco Fletcher sie verehrt und sie auch studiert hat. Abgesehen davon sind in der Show auch die ganzen großen Hits, wie zum Beispiel Golden Eye und viele andere, dabei.

Haben Sie Grüße zum 80. Geburtstag geschickt, den Tina Turner am 26. November gefeiert hat?

Ja, das habe ich getan.

Musical-Termine in Thüringen: Do., 02.01.2020 Erfurt, Messe, Beginn: 20:00 Uhr / Fr., 03.01.2020 Suhl, Congress Centrum, Beginn: 20 Uhr

Tickets gibt es unter 0361 / 227 5 227, www.ticketshop-thueringen.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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