Erfurter Bischof Neymeyr: „AfD schränkt Grundrechte ein“

Erfurt  Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr kritisiert die Thüringer Alternative für Deutschland (AfD) wegen ihrer Haltung zum geplanten Bau einer Moschee in einem Ortsteil der Landeshauptstadt.

Bischof Ulrich Neymeyr. Foto: Peter Michaelis

Bischof Ulrich Neymeyr. Foto: Peter Michaelis

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Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr kritisiert die Thüringer Alternative für Deutschland (AfD) wegen ihrer Haltung zum geplanten Bau einer Moschee in einem Ortsteil der Landeshauptstadt. „Die Art und Weise, wie die AfD gegen den Moscheebau in Marbach polemisiert, zeigt, dass diese Partei offensichtlich keine Hemmungen kennt, Grundrechte einzuschränken“, sagte Ney­meyr im TLZ-Gespräch. Die Religionsfreiheit für Muslime auf den Privatbereich zu beschränken, widerspreche dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Auch Muslimen steht aus Sicht des katholischen Kirchenmannes das Recht zu, für ihre Gebetsversammlungen entsprechende Räumlichkeiten zu errichten, wobei natürlich baurechtliche und städtebauliche Auflagen einzuhalten seien. Und es sei zu begrüßen, wenn ein solches Vorhaben mit größtmöglicher Transparenz durchgeführt werde.

„In meinen Augen stünde es einer weltoffenen Stadt wie ­Erfurt sogar gut zu Gesicht, wenn eine Moschee nicht nur in einem Gewerbegebiet gebaut würde, sondern in Richtung ­Innenstadt ihren Platz fände“, betonte ­Bischof Neymeyr ausdrücklich.