Kuschelig, mit großen Augen: Erste Alpaka-Show in Erfurt

Die großen Augen waren unter manch langem Pony verborgen, doch für Besucher wie für die fast zweijährige Lena stand fest: Am liebsten hätte sie eines der so kuscheligen und treu dreinschauenden Alpakas mit nach Hause genommen.

Lena hielt mit großen Augen nach den Alpakas Ausschau: Am liebsten hätte die fast Zweijährige eines der 200 Tiere mit nach Hause genommen, die am Wochenende in der Messehalle präsentiert und bewertet wurden. Foto: Frank Karmeyer

Lena hielt mit großen Augen nach den Alpakas Ausschau: Am liebsten hätte die fast Zweijährige eines der 200 Tiere mit nach Hause genommen, die am Wochenende in der Messehalle präsentiert und bewertet wurden. Foto: Frank Karmeyer

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Erfurt. Fast 2000 Menschen kamen am Wochenende in die Messehalle, um mehr als 200 Tiere dieser Andenbewohner in Augenschein zu nehmen und ihnen einmal übers Fell zu streicheln.

22 Aussteller präsentierten ihre Alpakas dem Publikum und dem strengen Wertungsrichter Steve Ridout, der für die Auszeichnung mit Preisen, Titeln und Pokalen nach Alter, Geschlecht und Farbe sorgte. Der Australier war eigens für die erste internationale Alpaka-Show der Alpaca-Association in Erfurt eingeflogen worden.

Ob Huacayas mit abstehenden Fasern oder Suris mit ihren langen, herabhängenden Locken: "Was bei den Tieren zählt ist das Vlies", sagt Herbert Ruch als Veranstalter. Die Wolle, die daraus gemacht wird für Decken oder Kleidung sei fein, weich, glatt und leicht, zudem hochisolierend. Gehalten würden Alpakas als Nutztiere nur wegen dieser Faser: Zwar würden in ihren Herkunftsländern auch Alpakas verspeist, ihr Fleisch gilt als fett- und cholesterinarm, hierzulande aber sei das Tier lebend viel wertvoller. Nur etwa 13.000 Tiere gebe es derzeit in Deutschland - in Peru allein sind es 2,5 Millionen Tiere. Einmal im Jahr würden die Tiere geschoren: ein bis zwei Kilo Wolle in guter Qualität seien das Ergebnis. Zu wenig, um den Bedarf zu decken für Mützen, Schals, Decken oder Jacken, die bei der Messe ebenfalls angeboten wurden. Futtermittel, Schermaschinen, Fachliteratur und sogar Ausstech-Backformen mit Alpaka-Umriss wechselten am Sonnabend und Sonntag die Besitzer. Auch Alpaka-Wanderungen oder Reisen in die Heimatländer der Alpakas gehörten zum Angebot.

Überhaupt: "Weil es so ruhige Tiere sind, die mit ihrem Fell und ihren großen Augen beeindrucken, werden die Tiere auch in der Therapie eingesetzt. Ihre Wirkung ist wie bei den Delfinen", sagt Ruch.

In Deutschland fühlten sich die anpruchslosen Alpakas wohl: Nur die Hitze der Sommermonate mache besonders denen mit schwarzem Fell zu schaffen. "Wasser, Heu, ein paar Mineralien", mehr bedürfe es nicht für ein Alpaka, um glücklich zu sein, sagt der eigentliche Computerspezialist, der auf Alpakas "umgeschult" hat und mit seiner Frau gut 70 Tiere sein Eigen nennt.

Erfurt sei eine gute Wahl für die erste Alpaka-Show gewesen, sagt der Vereins-Chef: "Wir haben hier für uns und unsere Tiere optimale Bedingungen vorgefunden."

Alpaka-Paradies Eichsfeld: Zuchtbetrieb seit 2006 erfolgreich

Falsche Tierliebe: Hände weg von jungen Wildtieren!

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.