Sieben Thüringer müssen Film um Schneewittchen-Mörder verschieben

Sieben Thüringer um Regisseur Marcus Goldhahn wollten eigentlich in den kommenden Wochen die Dreharbeiten in Erfurt und Umgebung starten, sich noch dieses Jahr bei internationalen Kurzfilmfestivals mit ihrem Werk bewerben. Nun müssen die Macher des Filmes "Das ruhlose Tal" die Dreharbeiten um ein Jahr verschieben.

Wer ist der Schneewittchen-Mörder? Auch Julia Deckert, ehemalige Miss Thüringen, wirkt im Film "Das ruhlose Tal" mit. Das Team um Marcus Goldhahn kann mit den Dreharbeiten aus finanziellen Gründen jedoch erst 2015 beginnen. Foto: Urs Zimmermann

Foto: zgt

Erfurt. Die letzten Sonnenstrahlen fallen durch die Bäume am Haarberg. Davor: Weite, Leere, Felder - eine Leiche. Die Lippen rot wie Blut, die Haare schwarz wie Ebenholz.

So könnte der Film "Das ruhlose Tal" beginnen. Sieben Thüringer um Regisseur Marcus Goldhahn wollten eigentlich in den kommenden Wochen die Dreharbeiten in Erfurt und Umgebung starten, sich noch dieses Jahr bei internationalen Kurzfilmfestivals mit ihrem Werk bewerben. Doch jetzt sprangen wichtige Sponsoren ab. Die Finanzierung des Films ist daher dieses Jahr unmöglich.

Filmemacher haben den Rückschlag verdaut

Doch die Filmemacher haben den Rückschlag schon verdaut, blicken nach vorn: "Dann drehen wir eben erst nächstes Jahr und haben Zeit, alles noch besser vorzubereiten", sagt Marcus Goldhahn. Vor allem die Kostüme der Darsteller hat er dabei vor Augen; extra für den Film geschneidert von Jana Schulze.

Dem Genre des Dark Drama könnte man "Das ruhlose Tal" zuordnen, sagen Vanessa Zeuch und Marcus Goldhahn, die gemeinsam das Drehbuch geschrieben haben. Sie interessieren sich für menschliche Abgründe, dunkle Geheimnisse, die Leichen im Keller.

Dabei wirkt das Grundgerüst der Erzählung zunächst recht konventionell: Kommissar jagt Mörder. Doch in ihrem Fall ist es eine Kommissarin - quasi der Gegenentwurf zum hartgesottenen Ermittler des Film noir; ein Krimi-Genre der Fünfzigerjahre, das die beiden als Einfluss nennen. Dabei begann die Geschichte von "Das ruhlose Tal" ganz und gar nicht in düsteren Gassen oder nebelverschleierten Wäldern. Sondern bei Goldhahns Großmutter in der Stube.

Grimms Märchen gelesen

"Wir haben in Grimms Märchen gelesen und stießen auf den 'Räuberbräutigam'", erzählt Vanessa Zeuch. Zwar sei diese Geschichte grausam und brutal, doch die unheilvolle Atmosphäre begeisterte die Leser. Sie griffen zu Stift und Computer und verlegten Ideen das Märchens in die Gegenwart, verbanden sie mit Elementen des Krimis und des des Psychothrillers. "So wurde im Laufe der Zeit eine ganz andere und eigene Geschichte daraus", sagt Marcus Goldhahn. Dass diese das Licht der Filmwelt nun erst später erblicken kann, wurmt den Regisseur zwar, doch er konzentriert sich auf die positiven Seiten des ganzen Projektes.

Hervorragende Darsteller hätten zugesagt - darunter Mark Pohl, bekannt aus dem Deutschen Nationaltheater in Weimar und aus Kinofilmen wie "Sushi in Suhl". Auch Sinja Dieks ist dabei, die Weihnachten 2012 im Fernsehfilm "Die sechs Schwäne" in der Hauptrolle zu sehen war. Die Musik liefert Martin Kohlstedt, die Frage nach Konservenklängen stellt sich somit gar nicht - zur Freude der Produzenten.

Marcus Goldhahn meint es ernst mit seinem Film. Rund 30 Minuten lang soll er werden. "Kurzfilme gewinnen derzeit an Popularität", sagt er. Nicht nur auf Festivals. Auch Sender wie WDR und arte zeigen sie in ihrem Programm. Im kommenden Jahr ist vielleicht ein Film aus Erfurt mit dabei.

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