Aufregung um 64 massive Beton-Poller in Jenaer Rautal-Straße

Die Rautal-Straße trägt im Volksmund noch immer den Namen "Panzerstraße". Mit einer neuen Verkehrsleitanlage macht der Kommunalservice dieser Bezeichnung alle Ehre.

Die Poller-Allee an der Rautalstraße: Sehr massiv wird an der Landstraße der Randstreifen vor Autos geschützt. Foto: Thomas Beier

Die Poller-Allee an der Rautalstraße: Sehr massiv wird an der Landstraße der Randstreifen vor Autos geschützt. Foto: Thomas Beier

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Jena. 64 massive Betonpoller wurden auf der nördlichen Straßenseite in den Boden gesetzt. Anwohner wundern sich darüber und sprechen von "Panzersperren". Ist demnächst mit einer Rückkehr der russischen Streitkräfte zu rechnen? Früher war oberhalb des Nordgebietes ein Truppenübungsplatz.

"Dieses Betonmachwerk stellt eine tödliche Gefahr dar", sagt Gerald Schmidt aus dem Nordgebiet. Es sei schlimm genug, dass die Tempo-30-Schilder vor geraumer Zeit demontiert worden sind. Die 64 massiven Betonsäulen machen die Straße für Fußgänger und speziell auch Motorradfahrer nicht sicherer. Und überhaupt: Wie sieht das aus in unmittelbarer Nähe des Wandergebietes Rautal mit seinen Winterlingen? Schmidt glaubt, dass vielen Wanderern, Joggern und Spaziergängern die Neuerung ebensowenig gefällt.

Vom Kommunalservice war am Mittwoch zu erfahren, dass Hauptgrund für den Pollerbau der Schutz der Natur sei. Der Randstreifen werde intensiv als Parkfläche genutzt. Die Betonpoller sollen quasi als Schutzschild für die in einigem Abstand gepflanzten Bäume dienen, die öfter schon Kontakt mit Pkw hatten. Zudem führe die Nutzung als Parkstreifen auch zu einer Bodenverdichtung, was das Baumwachstum beeinträchtige. Parken stelle an dieser Stelle auch eine Gefahr für den Verkehrsfluss dar. Und: Die Poller sind bei weitem nicht so massiv, dass sie im Falle eines Aufpralls nicht nachgeben würden, heißt es vom Kommunalservice.

Gerald Schmidt kann sich diesen Argumenten nicht anschließen. Er spricht von maximal sechs Autos, die an bestimmten Tagen auf dem Randstreifen parken. "Da hätte doch die Aufstellung eines Verkehrszeichens genügt und wäre billiger gewesen." Außerdem merkt er an, dass die Anlieger die besten Freunde der Bäume seien. Er habe letztes Jahr mit eigenen Augen gesehen, wie Nachbarn mit Hacke und Spaten die Stützpfeiler der Bäume neu gesetzt hätten. Zuvor habe es Vandalismus gegeben.

Eine rote Linie deute derzeit darauf hin, dass weitere Poller gesetzt werden. Womöglich bürgert sich im Rautal bald eine neue Straßenbezeichnung ein: "Panzersperrenweg".

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