Tornado in Eisenach sorgt für erhebliche Schäden

Wütende Tornados und ihre zerstörerische Kraft kennt Sven Streckardt von Bildern und TV-Aufnahmen zur Genüge, aber im echten Leben ist dem 46-jährigen Eisenacher ein solch gefährlicher Wirbel noch nicht über den Weg "gelaufen" - zumindest bis Dienstagabend um 18.15 Uhr nicht.

Zahlreiche Dachteile stürzten herab. Die Einsatzkräfte der Eisenacher Berufsfeuerwehr sicherten das zum Teil abgedeckte Dach der Werner-Aßmann-Halle mit Folienbahnen. Foto: Norman Meißner

Zahlreiche Dachteile stürzten herab. Die Einsatzkräfte der Eisenacher Berufsfeuerwehr sicherten das zum Teil abgedeckte Dach der Werner-Aßmann-Halle mit Folienbahnen. Foto: Norman Meißner

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Eisenach. "Ich hatte gerade die Jungs mit dem Auto vom Training in der Katzenaue abgeholt, als die mächtige Windhose genau auf die Aßmann-Halle zuraste", berichtet der Zeuge. Der Tornado deckte ein 7 Mal 22 Meter großes Dachstück am Rand der Handballhalle ab. In diesem Bereich flog auch die Dachrinne davon.

Die Scheibenwischer seines Autos hatten es kaum geschafft, für freie Sicht auf das Naturereignis zu sorgen. "Der Wirbel war richtig kräftig, er hat das Wasser förmlich vom Boden wieder hochgezogen", schildert der Schornsteinfeger, der wenig später ein zweites Mal Glück hatte und unversehrt blieb. "Als ich durch die Lippold-Straße fuhr, krachte ein Baum nach dem anderen vor meiner Nase auf die Straße."

Gegen 19 Uhr habe die Brandmeldeanlage der Werner-Aßmann-Halle Alarm geschlagen. "Das eindringende Wasser im Dachbereich hat den Alarm wohl ausgelöst", vermutet Hallenwart Uwe Teichmöller. Kurz nach dem Alarm kamen aufgelöste Sportler zu ihm, die von fliegenden Ziegelsteinen an der Werner-Aßmann-Halle berichteten. Zum Glück waren die "Steine" federleicht und entpuppten sich als Dämmmaterial.

Eisenachs Berufsfeuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen an, darunter die große Drehleiter. Schnell überspannten die Einsatzkräfte das Leck mit einer großen Abdeckfolie, um weitere sekundäre Schäden am Gebäude abzuwenden. Später wurde die Folie mit Sandsäcken beschwert.

Bei Dämmerung wurde aufgeräumt

"Die Folie hatte die Feuerwehr glücklicherweise noch", erzählte Eisenachs Bürgermeister Andreas Ludwig, der sich noch am Dienstagabend ein Bild von den Schäden an der Aßmann-Halle machte. Eine SMS hatte ihn von seiner nachbarschaftlichen Hilfe, als er Müllcontainer und einen Kaninchenstall mit aufrichtete, zur nicht weit entfernten Sporthalle gerufen. Die Abdeckfolie habe die Feuerwehr einst vorsorglich zur Vogelgrippen-Pandemie angeschafft. Nachdem die Feuerwehr das Dach gesichert hatte, begannen Hallenwart Uwe Teichmöller und Claus Zuschlag vom Gebäudemanagement der Stadt bei einsetzender Dämmerung auf dem verwüsteten Dach Ordnung zu machen, um das Herabstürzen weiterer Dachteile zu verhindern.

Andreas Ludwig schätzt den entstandenen Sachschaden am Dach der Aßmann-Halle auf einen wenigstens fünfstelligen Betrag. Das gut 150 Quadratmeter große Leck müsse schnellstmöglich wieder fachmännisch geschlossen werden. Ein Dachdecker habe mit Mitarbeitern des Gebäudemanagements die Schäden gestern begutachtet. Die Aßmann-Halle sei für Elementarschäden mit versichert, so Ludwig. Er geht davon aus, dass auch ein Gutachter sich den Schaden betrachtet.

Für den Tornado-Zeugen Sven Streckardt war das nach Hause kommen am Dienstagabend auch nicht erfreulich. Ein mächtiger Ast hing gefährlich über seinem Wohnhaus in der Gothaer-Straße. Mit der Drehleiter beseitigte die Feuerwehr die Gefahr.

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