Kommentar: Hilfe aus der Tennis-Zentrale

Axel Lukacsek über die Krise von Angelique Kerber.

Sportredakteur Axel Lukacsek.

Sportredakteur Axel Lukacsek.

Foto: Peter Michaelis

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Im Fußball ist es ja längst eine Tradition geworden, wenn auch eine eher Zweifelhafte. Ein paar Monate keinen Erfolg, schon muss der Trainer gehen. Nun schwört auch Tennisspielerin Angelique Kerber auf einen Wechsel. Aber der Weg aus der Krise lässt in ihrem Fall keine andere Wahl zu. Seit ein paar Monaten nämlich reiste die Kielerin ganz allein durch die Tennis-Welt, nachdem sie sich im Sommer von Rainer Schüttler getrennt hatte. Dabei war der Ex-Profi vor noch nicht einmal einem Jahr zu ihrem neuen Trainer befördert worden.

Aber der Rauswurf im Sommer machte für Kerber alles nur noch schlimmer. Seitdem nämlich gelang der aktuell besten deutschen Tennisspielerin kein einziger Sieg mehr. Dafür gewann sie aber immer mehr Kritiker hinzu. Sie hatte sich in dem Glauben verrannt, alles alleine lösen zu können. Angelique Kerber jedoch steckt in einer Krise, die in diesem Jahr mit dem Achtelfinal-Aus nach nicht einmal einer Stunde gegen eine ungesetzte Spielerin ihren Anfang nahm. Die glorreichen Zeiten, als eine Steffi Graf eine ganze Nation ins Staunen versetzte, sind längst vorbei. Daran gemessen ging der Wimbledon-Triumph von Kerber im Juli 2018 in der öffentlichen Wahrnehmung eher unter.

Insofern macht es Sinn, wenn nun auch der Deutsche Tennis-Bund (DTB) alle Hebel in Bewegung setzt und seinen Trainer freistellt. Dirk Dier, der 1995 als Profi beim ATP-Challenger-Turnier in Eisenach bis ins Finale vordrang, soll aber nur eine Interimslösung sein.

Eine Soforthilfe ist sie ohnehin nicht, wie Kerners Erstrunden-Niederlage im chinesischen Zhengzhou am vergangenen Dienstag unter Beweis gestellt hat. Denn der Schritt aus der Krise lässt sich nicht über Nacht erzwingen. Auch nicht mit einem neuen Trainer.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren