Angriff auf CDU-Geschäftsstelle in Eisenach - Ergebnis zu weißem Pulver

Eisenach.  Auf die CDU-Geschäftsstelle in Eisenach wurde in der Nacht ein Angriff verübt. Dabei wurde ein Pflasterstein in das Büro geworfen, an den ein Umschlag mit Pulver geklebt war.

Die zertrümmerte Scheibe der CDU-Geschäftsstelle.

Die zertrümmerte Scheibe der CDU-Geschäftsstelle.

Foto: Jensen Zlotowicz

Der Polizeieinsatz nach dem Pflastersteinwurf gegen das Wahlkreisbüro von CDU-Landtagsabgeordnetem Raymond Walk hat ein Nachspiel: Einsatz der Gefahrgutexperten. Soviel ist bisher bekannt: In der Nacht zum Freitag zwischen 1 und 6.30 Uhr warfen unbekannte Täter mit einem großen Pflasterstein eine Schaufensterscheibe des Büros in der Eisenacher Georgenstraße ein.

Pflasterstein und Umschlag mit weißem Pulver

An den Stein war ein weißer Umschlag geklebt, in dem sich eine wohl weiße pulvrige Substanz befand. Die eingesetzten Polizeiermittler nahmen den Umschlag zur weiteren Untersuchung mit zur Polizeiinspektion Eisenach. Dort wurde dann auch routinemäßig die Berufsfeuerwehr hinzugezogen, mit deren Experten in Sachen Gefahrgut.

Nun liegt ein erstes Untersuchungsergebnis vor: Von dem Pulver ging keine akute Gefährdung aus. Damit restliche Risiken ausgeschlossen werden können, wird die Substanz weiter untersucht. Um welchen Stoff es sich im Konkreten handelt, soll die kriminaltechnische Untersuchung ans Licht bringen. Mit Untersuchungsergebnissen ist allerdings nicht vor nächster Woche zu rechnen.

Personen wurden nicht verletzt. Alle am Einsatz beteiligten Personen sind ärztlich untersucht worden.

Ein politisches Motiv der Tat schließt die Polizei nach Angaben eines Sprechers nicht aus. Ob der Umschlag auch beschriftet war und ob der Staatsschutz bereits ermittelt, wird derzeit noch untersucht bzw. nicht öffentlich gemacht.

Politiker reagieren bestürzt

Der Angriff hat für Bestürzung unter Politikern gesorgt. "Dieser Anschlag ist ein Angriff auf unsere Demokratie und damit eine Attacke auf uns alle", schrieb Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke) am Freitag auf Twitter. "Ich verabscheue diese Tat." CDU-Fraktionsvize Raymond Walk, dessen Abgeordnetenbüro von dem Anschlag betroffen war, sprach ebenfalls auf Twitter von einem "feigen" Anschlag: "Gewalt kann nie legitimes Mittel politischer Auseinandersetzung sein!" Neben Walks war auch das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Christian Hirte betroffen.

Auch Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) äußerte sich: "Der Angriff ist ein Angriff auf die Demokratie in Eisenach", sagte sie. "Abgeordnete und die Stadtratsfraktion verdienen unsere Solidarität. Sie sind Teil des demokratischen Systems. Gewalt - egal gegen wen und was - ist absolut inakzeptabel und immer zu verurteilen."

Auch Vertreter anderer Parteien erklärten sich am Freitag solidarisch. Gegen solche Gewalttaten gelte es zusammenzustehen über Parteigrenzen hinweg, schrieb der FDP-Abgeordnete Robert-Martin Montag auf Twitter. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) betonte, dass ein solcher Angriff "uns alle" treffe: "Hass und Hetze führen zu Taten. Das ist einfach nur schärfstens zu verurteilen."

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