Gothaer Fotojournalist ausgezeichnet

Als Bernd Seydel diesen Mittwoch einen Brief öffnet, kann er sein Glück nicht fassen. Der Gothaer Fotojournalist wird bei den Sony World Photography Awards 2011 ausgezeichnet.

Der Gothaer Fotograf Dr. Bernd Seydel wird bei den Sony World Photography Awards 2011 ausgezeichnet. Foto: Wieland Fischer

Der Gothaer Fotograf Dr. Bernd Seydel wird bei den Sony World Photography Awards 2011 ausgezeichnet. Foto: Wieland Fischer

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Gotha. "Das ist eine Ebene, wo ich mir keine großen Chancen eingeräumt habe." Umso überraschter ist der promovierte Germanist, der seit gut fünf Jahren in Gotha lebt, über die Auszeichnung.

Mit etwa 105 000 eingereichten Beiträgen aus 162 Ländern zählen die Sony World Photography Awards zu den größten und umfangreichsten Fotowettbewerben der Welt. Der Wettbewerb wendet sich an professionelle Fotografen, ambitionierte Amateure sowie Foto-Enthusiasten und umfasst 15 Kategorien. Von deutschen Teilnehmern brachten es 21 auf die sogenannte Shortlist des Profi-Wettbewerbs. Als einziger Deutscher hat es Bernd Seydel auf die Auswahlliste der Sony-Awards 2011 in der Kategorie "Sport" bei den Profis geschafft. Neben den drei Finalisten werden darin maximal sieben herausragende Fotoserien geehrt.

Seydel hatte sich mit sieben Schwarzweiß-Fotos beworben, die er beim Kickbox-Länderkampf Deutschland-China im September 2010 geschossen hatte. Sie zeigen den Erfurter Andre Staffen im Kampf gegen einen chinesischen Kontrahenten im Erfurter Contact Sports Club. "Dass diese Fotos entstehen konnten, ist das Zusammenspiel vieler Faktoren", räumt er ein. Veranstalter Christian Schwäblein vom CSC Erfurt hatte herausragende Sportler in den Ring geschickt. Sie kämpften hart, wollten einen Sieg, eine Entscheidung. "Das mobilisiert Emotionen, die für Sekundenbruchteile sichtbar werden. Genau das ist meine Chance als Fotograf", beschreibt er sein Herangehen.

In beiden Metiers ist der 57-Jährige bewandert. Seydel besuchte die "ready-2-fight"-Veranstaltung in Erfurt – als leidenschaftlicher Kickboxer wie Fotograf. Den Umgang mit der Kamera hat er gelernt, als er in Würzburg studierte. Ein Praktikum bei der "Mainpost" brachte ihn mit dem dortigen Kulturguru Max Schmidt zusammen. Der gab ihm 1975 den guten Rat: "Du musst fotografieren!" Seither hat er einen Apparat immer dabei: bei Ausstellungen, Konzerten, Wettkämpfen und wohin ihn sein Berufsweg verschlagen hat. Über Stuttgart und Erfurt kam Seydel nach Gotha. Vor dreieinhalb Jahren brachte ihn Peter Schweers dazu, Aufführungen vom "art der stadt" zu fotografieren. Nun ist Seydel der Haus-und-Hof-Fotograf des Vereins. Bestechend sind seine Fotos von Theaterinszenierungen. "Ich lasse mich auf die Akteure ein." Er will ganz nah an Menschen dran sein. Am liebsten fotografiert er sie in Aktion. Diese fängt er mit seiner Canon 1D Mark III ein. Auch beim Kickboxen. Um Emotionen festzuhalten, steht er stundenlang am Ring. Das Schönste daran sind für ihn tolle Fotos. Akribisch arbeitet er an deren fotografischer Optimierung. Nun freut er sich auf alles, was kommt: Vielleicht eine Einladung zur Preisgala am 27. April oder das Ausstellen eines seiner Fotos in London.

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