Antiautoritäre Hundeschule: Beziehungsarbeit am Futternapf

Weimar  Silke Wagner-Langenscheidt betreibt in Weimar-Holzdorf eine Hundeschule der besonderen Art.

Silke Wagner-Langenscheidt setzt in ihrer Hundeschule „Curriculum Canis“ in Weimar-Holzdorf auf anti-autoritäre Erziehung.

Silke Wagner-Langenscheidt setzt in ihrer Hundeschule „Curriculum Canis“ in Weimar-Holzdorf auf anti-autoritäre Erziehung.

Foto: Nina-Marie Luderer

Mitten im Grünen liegt die Hundeschule „Curriculum Canis“ von Silke Wagner-Langenscheidt, im Landgut Weimar-Holzdorf. Die Diplom-Soziologin und ausgebildete Hundetrainerin ist von der sozialen Komponente zwischen Mensch und Hund fasziniert. In ihrer Hundeschule steht die „Beziehungsarbeit“ zwischen Mensch und Tier im Vordergrund.

Die Trainingsmethoden basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Lernverhalten des Hundes, etwa der „positiven Verstärkung“: Ein erwünschtes Verhalten wird belohnt – nicht nur mit Leckerbissen, sondern auch mit Aufmerksamkeit. „Ein zentrales Anliegen“, meint Silke Wagner-Langenscheidt, „ist die Kommunikation zwischen Mensch und Hund“ – und meint damit das Verstehen der „Hundesprache“ sowie das Ausdrucksverhalten des Tieres. Die Besitzer sollen ihren Hund „lesen“ lernen, denn leider basiere der größte Teil von problematischem Hundeverhalten auf mangelnder Kommunikation zwischen Mensch und Hund.

Hunde lernen ein Leben lang

Ein aggressives Verhalten wächst zudem meist aus Unsicherheit und Angst in einer bestimmten Situation. Wird dieses Verhalten bestraft, verstärkt sich nur die Angst, das Problem aber bleibt. Wagner-Langenscheidts Training berücksichtigt diese Erkenntnis, denn Hunde sind genauso wie der Mensch hochsoziale und komplexe Lebewesen. Vom Welpen bis zum Hundesenior sind bei ihr alle willkommen: Hunde lernen, genauso wie der Mensch, ein Leben lang. Deswegen richtet sich die Hundetrainerin nach den Ansprüchen der Tiere in den verschiedenen Lebensphasen. Ein erstes Gespräch im „Mensch-Hund-Team“ findet meist zu Hause statt. Anschließend können in der Hundeschule verschiedenartige Einzel- und Gruppenangebote wahrgenommen werden, wobei nicht selten der Vierbeiner von der gesamten Familie begleitet wird. Das Training unterteilt sich in Erziehung, Beschäftigung und Problemlösung. Geht es bei Ersterem um die Welpenfrüh- oder Grunderziehung wie Leinenführung und Rückruftraining, geht es bei der Beschäftigung um die Fähigkeiten eines Hundes, Personensuche oder Fährtenarbeit beispielsweise.

Im Vordergrund sollen hierbei Spaß und Freude auf beiden Seiten stehen. Ein anderer Trainingsblock ist die Problemlösung – inklusive individueller Problemanalyse.

Eine Besonderheit neben der Vorbereitung von Mensch und Hund auf die Prüfung des „Hundeführerscheins“ sind Vorträge, Seminare und Workshops zu vielen Themen rund um den Hund, um mit Mythen, Märchen und Vorurteilen aufräumen. Denn einen Hund zu haben, kann viel Spaß machen – wenn die Kommunikation stimmt. Also wie bei uns Menschen.

Zu den Kommentaren