Ehemaliger Jena-Angreifer Nils Petersen blüht wieder richtig auf

Freiburg  Der Ex-Jenaer Nils Petersen schießt beim SC Freiburg Tore am Fließband. Zuletzt brachte er Stefan Effenberg mit einem Dreierpack gegen Paderborn zur Verzweiflung.

Torgarant: Nils Petersen hat bisher schon 15 Tore für den SC Freiburg erzielt. Foto: Patrick Seeger

Torgarant: Nils Petersen hat bisher schon 15 Tore für den SC Freiburg erzielt. Foto: Patrick Seeger

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Nils Petersen hat in dieser Saison nicht nur Stefan Effenberg zur Verzweiflung gebracht. Mit seinem zweiten Dreierpack erledigte der Angreifer Effenbergs SC Paderborn fast im Alleingang. Und auch beim 2:1-Sieg in Heidenheim am vergangenen Wochenende traf der frühere Kicker des FC Carl Zeiss Jena (2005 bis 2008).

15 Treffer hat der Stürmer des SC Freiburg bereits auf dem Konto und führt die Torschützenliste der zweiten Fußball-Bundesliga mit großem Abstand an. Der in Wernigerode geborene Angreifer, der an diesem Sonntag 27 Jahre alt wird, macht so weiter wie in der Rückrunde der vergangenen Saison. Er trifft in fast jedem Spiel. „Wenn Nils so eingesetzt wird, schießt er nicht oft vorbei“, sagt SC-Trainer Christian Streich über seinen Torjäger.

Nach dem Abstieg waren viele überrascht, dass der Topstürmer in Freiburg gehalten werden konnte. Mit den großen Erwartungen kommt der als Hoffnungsträger gefeierte Petersen gut zurecht. Mit seiner Entwicklung hat er nicht unbedingt gerechnet. „Man hat ja immer viele Wünsche und Träume, aber dass ich jetzt 15 Tore habe, wirklich fit bin und keine große Verletzung dazwischen gekommen ist, war nicht vorhersehbar“, sagt er.

Aber auch der Rest des Teams macht den kauzigen Streich derzeit froh. Von Ernüchterung nach dem Abstieg war beim SC nie etwas zu sehen. Der SC-Coach lobt ausdrücklich Sportdirektor Klemens Hartenbach und die Scouting-Abteilung. „Die Zusammenstellung ist Klasse, eine hochspannende Mannschaft mit Potenzial.“

Das weckt Begehrlichkeiten anderer Clubs, was im Breisgau nichts Neues ist. Sollte der Aufstieg verpasst werden, dürfte nicht nur Petersen weg sein, sondern auch Standardspezialist Vincenzo Grifo, der schon drei Freistöße direkt verwandelt hat. Auch Maximilian Philipp spielt bisher eine starke Saison.

In der Offensive sind die Freiburger für das Bundesliga-Unterhaus überdurchschnittlich gut besetzt. 36 Tore hat der SC schon erzielt, mit Abstand die meisten in der Liga. Allerdings fällt den Freiburgern das Toreschießen zu Hause leichter als auswärts, „auch dank der Atmosphäre und des Wohlfühleffekts im Stadion“, wie Petersen vermutet. „Auswärts haben wir zwar gefühlte 75 Prozent Ballbesitz, aber auch 75 Prozent weniger Torschüsse als in Heimspielen.“

Vor dem Spiel in Heidenheim forderte deshalb auch Streich „mehr Hunger und Entschlossenheit, das Tor zu machen“. Und das gelte nicht nur für die Offensivspieler. Petersen jedenfalls war mit seinem Elfmetertor zum zwischenzeitlichen 1:1 erneut zur Stelle.

Petersen hofft, dass „wir auswärts mehr Leichtigkeit reinkriegen“, hat dabei aber nicht die Torjägerliste, sondern nur die Zweitliga-Tabelle im Hinterkopf. „Es ist ein super Gefühl, wenn man da drauf sieht“, sagt er, „jetzt sind es noch zwei Spiele bis zur Herbstmeisterschaft und ich finde, das ist ein schönes Zwischenziel.“

Sein persönliches Minimalziel hat der Stürmer schon erreicht. Er hatte sich vorgenommen, in dieser Saison zweistellig treffen. „Dass das frühzeitig geklappt hat, macht mich stolz. Aber ich versuche weiterhin zu knipsen – für die Mannschaft.“

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