Bis zu 11.000 Thüringer Haushalte vorübergehend ohne Strom

Erfurt/Leipzig.  Sturmtief Sabine fegte mit 115 Stundenkilometer über die Schmücke. In der Nacht zu Dienstag kommt eine Kaltfront nach Thüringen.

Am Montag Vormittag hatte die Arnstädter Feuerwehr auch mit Sturmtief Sabine zu kämpfen. Im Jonastal musste ein Baum gefällt werden, der drohte auf die Straße zu fallen

Am Montag Vormittag hatte die Arnstädter Feuerwehr auch mit Sturmtief Sabine zu kämpfen. Im Jonastal musste ein Baum gefällt werden, der drohte auf die Straße zu fallen

Foto: Hans-Peter Stadermann

Thüringen ist in den vergangenen 24 Stunden ordentlich durchgeweht worden. Insgesamt verlief das Unwetter in Thüringen aber auch deutschlandweit glimpflich. Auf der Schmücke erreichte das Sturmtief nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in der Nacht zu Montag 115 Stundenkilometer. Der Wert liegt knapp unter Orkanstärke. Am Erfurter Flughafen wurden 99 und in Gera 96 Stundenkilometer gemessen.

Laut Landespolizeidirektion wurden in der Nacht zu Montag kaum schwere Sturmschäden bekannt. Nachmittag waren noch rund 1500 Haushalte ohne Strom, sagte Michael Osburg, Sprecher der Thüringer Energienetze (TEN) dieser Zeitung. Bis zum Abend sollen die Schäden behoben sein. Insgesamt waren in der Nacht und im Laufe des Montags rund 11.000 Haushalte zeitweise ohne Strom, zumeist weil Bäume in die Leitungen gefallen seien.

Zwischen Ohrdruf und Luisenthal (Kreis Gotha) ist laut Polizei ein Pkw in einen umgestürzten Baum gefahren. Verletzt wurde niemand. Auf der Autobahn A38 hat eine Windböe einen Pkw mit Anhänger erwischt. Die meisten Autofahrer hätten sich aber an die Warnungen gehalten und seien nicht unterwegs gewesen.

Schäden durch das Sturmtief „Sabine“ lösten in der Nacht zu Montag thüringenweit Hunderte Feuerwehreinsätze aus. Immer wieder mussten umgestürzte Bäume beseitigt und von den Straßen geräumt werden. Im Kreis Hildburghausen aber auch im Ilm-Kreis sowie in Ostthüringen hatten sich zudem an zahlreichen Häusern Dachziegel gelöst, die gesichert werden mussten. Davon betroffen ist auch die Bachkirche in Arnstadt.

Die Bahn hatte über Nacht den ICE-Fernverkehr über Erfurt eingestellt. Am Hauptbahnhof parkte stattdessen ein ICE als „Aufenthaltszug“ für gestrandeten Reisende. Der Fernverkehr fuhr ab Montagvormittag wieder. Auch der Regionalverkehr war ab dem Morgen unterwegs, teilweise aber mit verminderter Geschwindigkeit. Wegen Sturmschäden gesperrt blieb vorerst die Strecken zwischen Sangerhausen und Nordhausen.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vorerst auch am Dienstag weiter vor Sturmböen in Höhen von mehr als 600 Metern. Zudem passiert in der Nacht zu Dienstag eine Kältefront Thüringen. In Lagen ab 400 Meter und höher müsse mit Schneefall gerechnet werden. In niedrigeren Lagen taue der Schnee wieder weg, könne aber im Berufsverkehr glatte Straßen hinterlassen.

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