Kunstpause: Wenn Hatz das Wild hetzt

Frank Quilitzsch war zum dritten Mal mit auf Jagd – wieder nichts!

Frank Quilitzsch

Frank Quilitzsch

Foto: Andreas Wetzel

Auf der Fahrt nach Benshausen erfahre ich, wie die Drückjagd abläuft: Man jagt nicht allein, sondern mit anderen. Die Jäger sitzen oben und lassen ihre Hunde stöbern. Wenn mehrere jagen, ist der Erfolg ja diesmal garantiert, denke ich und schnalle mir die Warnweste um.

Im Wald weist der Förster-Jäger seinen wie Orangen leuchtenden Männern die Hochsitze zu und sagt ihnen, in welche Richtung sie nicht schießen dürfen. Dazu fällt mir ein Jägerwitz ein, den ich lieber für mich behalte.

Waidmanns Heil!

Bevor wir hinaufklettern, bekommt auch der Terrier sein Leibchen. Pünktlich wird er von der Leine gelassen.

Schon fallen die ersten Schüsse, und alle Hunde beginnen gleichzeitig zu bellen. Auch der Terrier, er heißt Hatz, Hatz wie die Hatz, wetzt mit seiner Antenne hinterm Kopf in wilden Sprüngen davon.

Wir sitzen in der Kälte und lauschen. Sobald ein Kläffen in Hysterie umschlägt, sagt der Förster-Jäger: „Da ist was.“ Auch Hatz bellt ein paar Mal heiser, doch sein Bellen entfernt sich. Falls da was gewesen sein sollte, treibt er es in die falsche Richtung.

Wieder ein Schuss, diesmal hinter uns. Die Hunde bellen bald hier, bald dort und stöbern auch in unserem Schussfeld, während Hatz, wie das Navi-Display zeigt, artig sein Revier umkreist. Zwei Mal reißt der Förster-Jäger seine Büchse hoch und lässt sie wieder sinken. Kein Wild, nur leuchtende Leibchen auf vier Beinen.

Einmal ist es doch ein Reh, zirka 40 Meter vor uns auf meiner Seite. Doch ehe der Förster-Jäger reagieren kann, ist es wieder im Dickicht verschwunden.

„Schade“, sagt er und stößt die angestaute Luft aus. Nein, er sagt es drastischer.

Alle Jäger, wird später die Auswertung zeigen, haben Wild gesehen, sogar eine Wildschweinrotte, doch nur wenige haben abgedrückt. Das Wild, denke ich erleichtert, ist immer dort, wo ich nicht bin. Es muss wohl an mir liegen, daran, dass ich kein Blut sehen kann. Trotzdem fahre ich mit zum Sammelplatz, um zu sehen, was jene, denen das Jagdglück heute hold war, erlegt haben: 13 Rehe und einen Spießer – einen einjährigen Hirsch. Waidmanns Dank!