Problemzonen: Blut im Schuh

Elena Rauch interpretiert eine Statistik.

Elena Rauch

Elena Rauch

Foto: Sascha Fromm

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Aufgabe von Statistikern besteht darin, uns mit Daten über den Zustand der Nation zu versorgen. Über Frauen und ihre Schuhe erfahren wir zum Beispiel, dass sie im Durchschnitt die Größen 38 und 39 tragen. Das Alarmierende an dieser Datenerhebung ist, dass sie womöglich nicht stimmt. Angeblich sollen Frauen dazu neigen, ihre Schuhgröße herunter zu mogeln. Lehrten uns nicht schon die Gebrüder Grimm, dass sich im Zweifel immer ein fieser Vogel findet, der den Betrug verrät?

Überhaupt, ist nicht die Bedeutungslosigkeit der Schuhgröße der wahre Grund, warum Frauen so gern Schuhgeschäfte besuchen? Kein Hosenbund, der kneift und an die verlorene Taille erinnert. Keine gemeinen Spiegel in der Umkleidekabine, die einem ungefragt die aus der Form geratene Hinteransicht zeigt. Ist nicht gerade die Schuhgröße die sichere Konstante in einem Frauenleben?Wie besorgniserregend die Lage wirklich ist, zeigen die unzähligen Ratschläge, wie man große Füße optisch kleiner macht. Die beste Methode, lesen wir, sind hohe Absätze. Falls es doch stimmt, dass man den Grad der Emanzipation einer Frau an der Höhe ihrer Absätze misst, ist das ein Frontalangriff.

Außerdem führt es zu massenhaften Fehlkäufen. Was sich im Geschäft noch als durchaus machbar anfühlte, wird spätestens nach zwei Stunden Lebenswirklichkeit zu Qual. So entstand die Spezies des Sitzschuhs. Möglich ist es der wahre Grund, warum Frauen so viele Schuhe horten. Das Patriarchat steckt dahinter und die Schuhindustrie. So viel zum Thema, was uns Statistiken verraten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren