Problemzonen: Der hupende Mann

Elena Rauch entschleunigt den Verkehr.

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In meiner Stadt wird gerade viel gebaut. Eine Umleitung nach der anderen, vielleicht liegen deshalb die Nerven blank. Womöglich macht sich auch die intensive Reisetätigkeit bemerkbar, Thüringen wird offener für kulturelle südländische Einflüsse. Das wäre die optimistische Erklärung: Es wird gehupt, was das Auto hergibt. Schon das leichte Abbremsen vor einem Zebrastreifen genügt, um angehupt zu werden. Lässt man nicht umgehend bei Grün den Motor aufheulen, bremst man eine Millisekunde zu lange beim Linksabbiegen ab: Es wird sofort gehupt.

Laut Umfragen drücken Männer mehr als doppelt so oft auf die Hupe als Frauen. Woran das liegt, kann man nur vermuten. Stressabbau? Aggressionspotenzial? Nein, wir brauchen einen konstruktiven Ansatz. Womöglich ist es Ausdruck eines komplizierten Selbstfindungsprozesses in Zeiten der Krise männlicher Selbstfindung: Ich hupe, also bin ich. Oder das Erklär-Gen schlägt zu, ein Mann ist ihm bekanntlich willenlos ausgeliefert.

Eigentlich müsste er mir jetzt dringend die Ampelphasen unter besonderer Berücksichtigung des Verkehrsflusses und des Benzinverbrauchs erläutern, aber dafür ist leider keine Zeit. Also kommunziert er mit der Hupe.

Ich kommuniziere dann zurück: Alles klar! Dabei fahre ich langsamer, als ich müsste, vor ihm her, schließlich muss ich darüber nachdenken. Ich kann auch nicht anders.

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