Problemzonen: Wir brauchen mehr Katzen

Elena Rauch fürchtet den Mäusewinter.

Elena Rauch

Elena Rauch

Foto: Andreas Wetzel

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Das Gespräch, es fand unter freiem Himmel statt, hatte gerade begonnen, als der Herr am Mikrofon eine interessante Bemerkung machte: Da ist eine Maus. So unbekümmert kann nur ein Mann eine Gefahrenlage ankündigen. Immerhin bestand geschätzt die Hälfte des Publikums aus Frauen, und empirische Studien belegen, dass es mehrheitlich sie sind, die beim Anblick einer Maus in Panik verfallen. Trotzdem verlief die Veranstaltung ohne Zwischenfälle. Niemand fiel in Ohnmacht, niemand sprang auf seinen Stuhl. Ein schönes Beispiel, dass Frauen stärker sein können, als sie glauben.

Und das werden wir auch müssen. Der Thüringer Bauernverband hatte in dieser Woche dringlich vor einer Mäuseplage gewarnt und sieht die Ernte gefährdet. Aber wer denkt an all die gefährdeten Frauen, an die Folgen von Mäusesichtungen: Herzrasen, Luftnot, Verletzungen beim jähen Erklimmen von Tischen und Küchenschränken. Männer neigen dazu, die Gefahr herunterzuspielen. Eine Maus tut keinem was, sagen sie. Woher wissen sie das? Im Übrigen sind auch kaum Fälle bekannt, in denen Staubsauger oder Waschmaschinen einen Mann gefressen haben, trotzdem meiden viele den Kontakt. Der Bauernverband will den Mäusen mit Chemie zu Leibe rücken. Ich plädiere für eine natürliche Methode: Thüringen braucht mehr Katzen. Ich zum Beispiel wünsche mir schon seit Jahren eine. Mein Mitbewohner ist dagegen, eine Katze im fünften Stock sei keine artgerechte Haltung. Aha, und wie artgerecht ist eine Haltung von Maus und Frau in einer Wohnung? Wird man ja mal fragen dürfen. Eine Maus, behauptet er, schafft es nie in den fünften Stock. Und wenn doch? Wer weiß schon, zu welcher Hinterlist eine Maus in der Lage ist. Jetzt, einen gefährlichen Mäusewinter vor Augen, wäre Gelegenheit zu zeigen, wie wichtig ihm meine Sicherheit ist.

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