Topfgucker: Das Gelbe vom Huhn

Ingo Glase über Rezepte rund um das Ei.

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Foto: MGT / TA

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Die Frage, ob erst das Huhn oder aber das Ei auf der Welt war, wird immer noch gern gestellt, wurde wahrscheinlich schon erschöpfend beantwortet – ist aber eigentlich zu originell, um die Antwort wissen zu wollen. Die Frage und die damit einhergehende Grübelei sind viel lustiger. Vor allem, wenn man dabei Hühner beobachtet, etwa Lotte, Erika, Helga und Ute Lohmann, die neuerdings hinter dem Haus wohnen. Lohmann ist die Rasse – und also zugleich deren Nachname. Und ihnen zuzuschauen, ist immer eine große Freude.

Mit unerschöpflicher Neugier suchen sie ihre Wiese nach kleinen Leckerbissen ab, jagen sich gegenseitig die besten Häppchen ab, kuscheln sich abends pünktlich im Stall zusammen und legen morgens mit großer Zuverlässigkeit Eier. So zuverlässig, dass kochen, braten, rühren und pochieren längst nicht mehr ausreichen, den Vorrat abzubauen.

Glücklicherweise verrät das Buch „Von Huhn und Ei – Rezepte und Geschichten aus Küche und Hühnerstall“ (at Verlag, 192 Seiten, 34 Euro) mit herrlichen Studio-Fotos von ausgefallenen Hühnerrassen viele weitere Ideen, etwa für russische, türkische, verlorene und frittierte Eier, für Marmor-Eier mit Gurkensalat, für Vogelheu und Zabaione sowie für Eier in Senfsoße.

Diese wird allerdings aus grobkörnigem Senf zubereitet, mit scharfem Senf abgeschmeckt und mit Sahne verfeinert. Wer es nicht so scharf mag, könnte es auch mit Weißwurstsenf versuchen. So, wie ich den angepriesenen Eierlikör mit Birnenbrand statt mit Grappa gemixt habe, so wurde er etwas fruchtig: Je 250 Milliliter Milch und Sahne mit aufgeschnittener Vanillestange aufkochen und abkühlen lassen. Fünf Eigelbe mit 250 Gramm Puderzucker aufschlagen, bis die Masse hell wird, und die Milchmischung unterrühren. Zu guter Letzt 250 Milliliter Birnenbrand – oder etwas anderes Hochprozentiges – langsam einrühren. Prösterchen!

Natürlich stehen in dem Buch auch wunderbare Rezepte mit Hühnerfleisch, traditionelle wie exotische, feine und deftige –
aber das dürfen Lotte, Erika, Helga und Ute nie erfahren!

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