Corona-Verdachtsfälle im Gefängnis - Gewerkschaft fordert Freilassungen

Erfurt.  Im Südthüringer Gefängnis Untermaßfeld waren drei Insassen isoliert worden. Unterdessen fordert die Gefangenengewerkschaft angesichts der Pandemie Freilassungen.

Die Angehörigen machen sich angesichts der Corona-Pandemie erhebliche Sorgen, weil sie eine erhöhte Gefahr sehen, dass sich die Häftlinge anstecken und so in Lebensgefahr geraten könnten.

Die Angehörigen machen sich angesichts der Corona-Pandemie erhebliche Sorgen, weil sie eine erhöhte Gefahr sehen, dass sich die Häftlinge anstecken und so in Lebensgefahr geraten könnten.

Foto: Marco Kneise

Drei Corona-Verdachtsfälle im Gefängnis Untermaßfeld (Kreis Schmalkalden-Meiningen) haben sich am Montag nicht bestätigt. Das sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Abend unserer Zeitung. Die betroffenen Gefangenen seien an Grippe erkrankt, fügte er an.

Zuvor hatte die Gefangenengewerkschaft GG/BO in Jena berichtet, dass im Gefängnis in Untermaßfeld drei Häftlinge isoliert worden seien, weil der Verdacht der Erkrankung mit dem neuartigen Corona-Virus bestehe.

Gewerkschaft: Häftlinge gehören zur Risikogruppe

Die Gefangenengewerkschaft GG/BO fordert zudem angesichts der Pandemie die Freilassung von Gefangenen, weil die Haftanstalten aufgrund der „menschlichen Enge Infektionsherde“ seien. Zudem würden Häftlinge zur Risikogruppe gehören, da viele von ihnen Vorerkrankungen und eine angeschlagene Gesundheit hätten. Schon unter Normalbedingungen würden Thüringer Gefangen unter einer medizinischen Unterversorgung leiden, so dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich das neuartige Corona-Virus unter den Häftlingen ausbreiten werde.

Das Thüringer Justizministerium hatte vor einer Woche gegenüber unserer Zeitung darauf hingewiesen, dass sich die Gefängnisse auf mögliche Erkrankungen mit Covid-19 vorbereiten würden. Dazu gehöre die Möglichkeit, Gefangene wegen der Ansteckungsgefahr isoliert unterbringen zu können. Diese Möglichkeiten sowie ausreichende Tests sind nach Aussagen des Justizministeriums vorhanden. Auch die medizinische Versorgung sei sichergestellt.

Nach Angaben der Gefangenengewerkschaft würden sich die Angehörigen Thüringer Gefangener angesichts der Corona-Pandemie erhebliche Sorgen machen, weil auch sie eine erhöhte Gefahr sehen, dass sich Häftlinge anstecken und so in Lebensgefahr geraten könnten.

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