Einschnitte wegen Coronavirus: Landeskabinett berät Finanzhilfen für Unternehmen

| Lesedauer: 2 Minuten

Erfurt/Pößneck/Sondershausen.  Das Coronavirus hat bereits erste Tote in Deutschland gefordert. Das Thüringer Landeskabinett befürchtet „gravierende Einschnitte“ - und berät über Finanzhilfen für Unternehmen.

Ministerpräsident Bodo Ramelow und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee.

Ministerpräsident Bodo Ramelow und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee.

In Thüringen sind am Montagabend vier weitere Corona-Erkrankungen bestätigt worden. Zwei davon stehen in Verbindung mit dem 57-Jährigen aus dem Saale-Orla-Kreis, der als erster Fall im Freistaat bekannt wurde. Betroffen sind eine 43-jährige Frau und ein 19-jähriger Mann. Zwei weitere Fälle wurden aus dem Kyffhäuserkreis gemeldet. Damit gibt es inzwischen sechs bestätigte Corona-Erkrankungen in Thüringen. In Deutschland stieg die Zahl der bestätigten Infektionen auf mehr als 1200. Erstmals starben in Deutschland am Montag zwei Menschen an der Erkrankung.

Das Land bereitet sich unterdessen auf schwere wirtschaftliche Turbulenzen vor. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geht in einer internen Analyse von „gravierenden Einschnitten“ aus.

Die Landesregierung berät an diesem Dienstag erste Maßnahmen, um den betroffenen Unternehmen zu helfen. Dazu gehören Überbrückungskredite, Bürgschaften und Kurzarbeitergeld. Auch die Bundesregierung debattiert Erleichterungen für Unternehmen.

Bereits Lieferprobleme mit Rohmaterialien

Der Verband der Thüringer Wirtschaft zeigte sich besorgt. Laut einer noch laufenden Umfrage unter den Firmen gibt es bereits Lieferprobleme bei Rohmaterialien. „Aktuell sind noch Lagerbestände vorhanden, aber es nicht sichergestellt, dass Waren nachgeliefert werden können“, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Fauth unserer Zeitung. Darüber hinaus würden viele Messen, Dienstreisen und Monteurbesuche abgesagt.

An den Börsen kam es zu erneuten Kursstürzen. Der Dow-Jones-Index in New York verlor zum Handelsbeginn am Montag 7,2 Prozent.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) will an diesem Dienstag im Kabinett auch über geplante Präventionsmaßnahmen reden. In Überlegung ist das Verbot von Großveranstaltungen.

Richterbund und der Chemikerverband sagten Kongresse ab.

Das könnte Sie auch interessieren: