Eisenacher Sommergewinnszunft will Absage der Stadt rechtlich prüfen

Eisenach .  Die Stadt Eisenach hat den Sommergewinn abgesagt. Die Veranstalter waren in die Entscheidung nicht einbezogen und sind sauer.

Für dieses Jahr hat die Stadt Eisenach den Sommergewinn abgesagt. Die Veranstalter sind gar nicht begeistert

Für dieses Jahr hat die Stadt Eisenach den Sommergewinn abgesagt. Die Veranstalter sind gar nicht begeistert

Foto: Jensen Zlotowicz

Am Mittwochabend tagten Zunft, Förderverein und Schaustellerverband zur aktuellen Entscheidung der Stadt, den Sommergewinn in Eisenach abzusagen. Die Empörung über das aus ihrer Sicht eigenmächtige Handeln der Stadtverwaltung ist groß. Alle Beteiligten verlangen schon für Donnerstag einen Gesprächstermin bei Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke).

Bisher gibt es keine schriftliche Absage, informierte der Zunftmeister am Abend. Die Beteiligten fordern eine rechtssichere Begründung. Sie beklagen zudem, dass sie in die Entscheidungsfindung nicht einbezogen wurden. Peter Apel und Christel Heider vom Förderverein Sommergewinn e.V. verwiesen wie Hans-Peter Brodhun auf Mietverträge, die mit den Schaustellern, die für den Rummel, der ab 20. März in Eisenach auf mehreren Plätzen geplant war, bereits geschlossen sind.

Vor allem finanziell gefährde diese Absage die Existenz des Vereins, erklärte Heider. Wie solle man den Sommergewinn dann im nächsten Jahr vorfinanzieren, beklagt sie. Einhellige Meinung aller Beteiligten: Man will, dass die Veranstaltungen zum Sommergewinn stattfinden, wenn deren Absage nicht ordentlich und rechtlich sicher begründet werden kann.

Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerverbandes, sagte, er sei verwundert über das Verfahren. „Kirmes und Volksfeste werden nicht in geschlossenen Räumen durchgeführt“, äußerte er sein Unverständnis. Für ihn sei zweifelhaft, ob eine Behörde wie das Ordnungsamt der Stadt so eine Entscheidung überhaupt treffen kann.

Festzug und Rummel hätten einen regional begrenzten Besucherzustrom, keine internationalen Gäste aus China, Italien oder Iran würden erwartet, so Ritters Argumente. Man sorge sich auch um den Dominoeffekt, den diese Entscheidung für weitere Veranstaltungen auslösen könnte. Ritter kündigte Widerstand gegen die Entscheidung der Stadt an. „Man hätte mit uns sprechen können, auch wir können zusätzliche Hygienemaßnahmen anbieten“, so der Präsident des Deutschen Schaustellerverbandes.

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