„Freischaffende brauchen endlich praktikable Lösungen!“

Apolda.  Mit einer Body-Painting-Aktion machen die Künstler Mirko Gerwenat und Michael Kirchner auf die aktuell fehlenden Veranstaltungen aufmerksam.

Mit einer kleinen Body-Painting-Aktion an der Festhalle der Vereinsbrauerei Apolda - zu sehen sind die Models Ralf, Melanie und Robert - machen die Künstler Mirko Gerwenat und Michael Kirchner auf die schwierige Situation der Freischaffenden aufmerksam.

Mit einer kleinen Body-Painting-Aktion an der Festhalle der Vereinsbrauerei Apolda - zu sehen sind die Models Ralf, Melanie und Robert - machen die Künstler Mirko Gerwenat und Michael Kirchner auf die schwierige Situation der Freischaffenden aufmerksam.

Foto: Michael Kirchner

Ein Zeichen setzen wollen die beiden Body-Painting-Künstler Mirko Gerwenat und Michael Kirchner vorm Hintergrund der weiter geltenden Einschränkungen, denen freischaffende Künstler wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unterliegen. – Und die beiden Apoldaer hätten wohl kaum einen passenderen Zeitpunkt für ihre öffentlichkeitswirksame Aktion wählen können, als den Termin, an dem eigentlich der Apoldaer Biersommer 2020 stattfinden sollte.

Dass dieser ausfällt und damit erneut Einnahmen für die Vereinsbrauerei Apolda wegbrechen, aber ebenso Musiker und andere Künstler nicht auftreten können, darauf verweisen Gerwenat und Kirchner. Denn traditionell ist auch der Body-Painting-Contest an den Biersommer gekoppelt. Statt Tausender Gäste in ausgelassener Stimmung in der Halle und auf dem Hof des Unternehmens feiern zu sehen herrscht dort jetzt bloß Stille. Um zu zeigen, „Wir sind noch da!“ gestalteten die beiden Apoldaer Künstler nun also die Körper von drei Models, motivisch in Anlehnung an die Sponsorin, die Vereinsbrauerei Apolda.

Dass man auch in wirtschaftlich schwieriger Zeit zusammensteht, dafür sprach die Anwesenheit des Geschäftsführers, Carsten Schütz. Er unterstützte die medienwirksame Aktion, die ihr buntes Finale bei einem Foto-Shooting vor der Festhalle der Vereinsbrauerei erlebte. Am Portal nämlich präsentierten sich die Models Robert, Melanie und Ralf. Letzterer heißt mit Familienname Lemke und ist Präsident des Niederroßlaer Carneval Club, NCC.

Mit seiner Teilnahme zeigte Ralf Lemke, dass derzeit auch die Faschingsvereine in ihrem Engagement ausgebremst werden, auch sie wegen des Fehlens der Veranstaltungen keine Einnahmen erzielen können. Somit das Geld für künftige Projekte beziehungsweise Veranstaltungen fehlt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Mirko Gerwenat, dass es nicht darum gehe, die bisher behördlich angeordneten Corona-Maßnahmen infrage zu stellen. Damit gehe eine große Verantwortung einher, zumal es sich im Ernstfall um Menschenleben drehe. Allerdings könnten Veranstaltungen doch nicht ewig ausgesetzt werden, weil dann im schlimmsten Fall eine ganze Branche den Bach hinunter gehen wird. Musiker, Veranstaltungsmanager, Gastronomie sowie Ton- und Musiktechniker seien auf Veranstaltungen angewiesen. Oft hätten diese keine Netz und doppelten Boden. Aber die Kosten entstünden trotzdem regelmäßig. Deshalb müssten endlich praktikable Lösungen her, damit man wieder starten kann, fordert Gerwenat. Denn das Corona-Virus werde die Gesellschaften mutmaßlich wohl noch geraume Zeit begleiten. Aber so lange könne eben nicht alles brach liegen.

Mit ihm habe behördlicherseits noch niemand gesprochen, so Gerwenat, weshalb er stellvertretend für alle anderen Betroffenen auf die akute Situation hinweisen wolle. Es gehe dabei nicht um Jammerei, sondern darum, dass die Situation für die Branche existenzbedrohend sei.

Seine Bitte an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sei also folgende: „Reden sie mit uns, lassen sich uns gemeinsam an vernünftigen Lösungen arbeiten!“ Denn letztlich drehe es sich auch um ein Stück Lebensqualität, findet Mirko Gerwenat, der verspricht, dass es 2021 wieder den Body-Painting-Contest geben wird – ganz sicher!