Kein Böllerverbot in Gera

Gera.  Die Geraer Stadtverwaltung weist die Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe wegen zu hoher Feinstaubwerte zurück. Auch andere Thüringer Städte lehnen Anträge auf Böllerverbot ab.

Auch in diesem Jahr kann zu Silvester in der Geraer Innenstadt ein Feuerwerk stattfinden.

Auch in diesem Jahr kann zu Silvester in der Geraer Innenstadt ein Feuerwerk stattfinden.

Foto: Marcel Hilbert

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Die Feuerwerks-Fans in Gera müssen in der bevorstehenden Silvesternacht nicht auf ihr liebgewonnenes Ritual verzichten.

Im Rathaus lehnt man ein Böllerverbot, wie es die Deutsche Umwelthilfe beantragt hatte, ab. Die Stadtverwaltung wies zudem die Behauptung der Umwelthilfe, wonach der empfohlene Grenzwert für Feinstaub in Gera überschritten wurde, als „nicht richtig“ zurück. Im Jahr 2018 habe das Jahresmittel in Gera bei genau diesem Wert gelegen. Nicht einmal am Silvestertag vergangenen Jahres sei der Tagesmittelwert erreicht worden.

Es handele sich beim Silvesterfeuerwerk um einen Brauch, welcher von weiten Teilen der Bevölkerung als selbstverständlich und als Gewohnheit wahrgenommen wird. Diesen einzuschränken oder zu verbieten bedürfe sehr guter Gründe. „Aus hiesiger Sicht liegen für Gera in der Gesamtheit diese Gründe nicht vor“, heißt es im Rathaus.

Ein generelles Böller-Verbot, wie es die Deutsche Umwelthilfe fordert, komme auch für die Thüringer Landeshauptstadt nicht in Betracht, versicherte Jörg Lummitsch, Amtsleiter des Umwelt- und Naturschutzamtes von Erfurt. Die Stadt halte den gültigen Grenzwert der Luftbelastung von 40 Mikrogramm je Kubikmeter mit Werten von 21 Mikrogramm je Kubikmeter – das sei der Jahresmittelwert für 2018 in der Bergstraße – ein, so Lummitsch.

Damit gelte die Thüringer Metropole als Stadt mit wirklich hoher Lebensqualität und komme an die von der Weltgesundheitsorganisation geforderten 20 Mikrogramm nah heran. Währenddessen nach gültigem Recht Überschreitungen an 35 Tagen zulässig sind, wurden in der Thüringer Landeshauptstadt im Jahre 2018 lediglich an 7 Tagen solche festgestellt.

In diesem Jahr hat die Stadt bisher vier Überschreitungstage zu verzeichnen. Das Maßnahmenpaket der Landeshauptstadt habe sich im Hinblick auf Feinstaub als sehr effektiv erwiesen. Eine Ausweitung des Maßnahmenpaketes werde daher nicht für erforderlich gehalten.

Auch in Mühlhausen weist man den Antrag der Umwelthilfe zurück. Es werde kein Verbot des Silvesterfeuerwerks geben. „Laut einer ersten rechtlichen Einschätzung des Gemeinde- und Städtebunds Thüringen ist es den Kommunen gar nicht möglich, die Forderung umzusetzen, da die Zuständigkeit beim Land liegt“, sagte Oberbürgermeister Johannes Bruns.

Zugleich bestehe kein akuter Handlungsbedarf, da die Feinstaubbelastung in Mühlhausen seit Jahren kontinuierlich gesunken ist, mittlerweile stetig und deutlich unter dem gesetzlich zulässigen Grenzwert liegt.

In Weimar bleibt es beim bekannten Böllerverbot in der historischen Altstadt. Ein generelles Verbot in der gesamten Stadt werde es nicht geben, versicherte der Sprecher der Stadtverwaltung, Andy Faupel.

Diese Thüringer Städte verbannen Böller

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