Ein Bauwagen für den Wald

Heldrungen  Mit einer kleinen Feier bedanken sich Kinder und Erzieher des Evangelischen Kindergartens in Heldrungen bei vielen Unterstützern.

Mit einer kleinen Feier sagten Kinder und Erzieherinnen Dankeschön all jenen, die die Anschaffung sowie den Umbau und die Gestaltung des Bauwagens finanziell oder mit tatkräftiger Hilfe unterstützten.

Mit einer kleinen Feier sagten Kinder und Erzieherinnen Dankeschön all jenen, die die Anschaffung sowie den Umbau und die Gestaltung des Bauwagens finanziell oder mit tatkräftiger Hilfe unterstützten.

Foto: Wilhelm Slodczyk

Große Freude im Evangelischen Kindergarten St. Wigberti in Heldrungen über einen sonnengelben Bauwagen, der nach liebevoller Verschönerungskur nun der Stolz des ganzen Kindergartens ist.

Mit dem Gefährt geht für die Kinder und Erzieher ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, und darum haben die Mädchen und Jungen jetzt mit einer Feier und einem kleinen Programm Dankeschön allen Sponsoren und fleißigen Helfern gesagt, die mit finanzieller Unterstützung oder handwerklichem Geschick den Wagen in ein echtes Schmuckstück verwandelten, das bald gute Dienste verrichten soll. Und zwar im Wald.

Einmal die Woche steht bei den Kindern im Evangelischen Kindergarten vom Dreijährigen bis zum Schulanfänger ein Waldtag an. Da geht es früh in die Natur, bei Wind und Wetter und sogar im Winter – zum Forschen und Entdecken, zum Spielen, Toben und Klettern. So lange, bis im Kindergarten das Mittagessen ruft. „Oft, wenn die Zeit wie im Flug vergeht und alle gerade so vertieft sind, bedauern Kinder und Erzieher, dass sie schon zurück müssen“, erzählt Kindergartenleiterin Elke Barthel. Eine Herberge wäre schön, die den Knirpsen einen längeren Waldtag auch mal bis zum Nachmittag ermöglicht, erzählt die Kindergartenleiterin von der anfänglichen Idee. „Wir hatten so einen Bauwagen á la Peter Lustig vor Augen, den kennen viele Kinder ja.“ Eine Weile hätten sie suchen müssen – dann wurden sie schließlich fündig. In Reinsdorf.

Mit dem Besitzer sei man sich, dank Unterstützung durch den Förderverein sowie Geldspenden von Freunden des Kindergartens, einig geworden, und im Juli stand das Gefährt schließlich in Heldrungen. Der Grundstücksnachbar des Kindergartens gewährte dem Wagen einstweilen Asyl, und Eltern, Erzieher und viele andere Freiwillige brachten mit viel Initiative den ganzen Sommer über den alten Wagen in Schuss und machten ihn kindertauglich. Ausgestattet ist er mit Sitz- und Liegemöglichkeiten, und eine neue Treppe wurde ebenfalls angebaut. Bei einem Eltern-Kind-Nachmittag wurde der Bauwagen dann bunt bemalt. „Wir freuen uns so sehr über den Wagen. Ich kann es bis jetzt noch nicht glauben, was in dieser Zeit alles passiert ist“, sagt die Kindergartenleiterin gestern gerührt.

Doch der Bauwagen ist nicht zu übersehen: Gelb steht er da, mit einer Wiese und bunten Blumen darauf. Sowie dem Schriftzug „Evangelischer Kindergarten Heldrungen“. Dieser soll, so hoffen sie, für klare Verhältnisse sorgen und vielleicht etwas Respekt einflößend wirken, dass der Wagen lange schön erhalten bleibt und niemand sich daran zu schaffen macht. „Das wäre wirklich traurig, denn wir hängen alle so sehr an dem Wagen“, sagt Elke Barthel.

„Ein schöneres Dankeschön als die strahlenden Kinderaugen, gibt es nicht. Ich freue mich, zusammen mit meiner Agentur, dieses tolle Projekt unterstützt zu haben“, sagt Nicolle Müller von der Allianz-Generalvertretung, die 500 Euro spendierte.

Bei dem netten Nachbarn darf der Wagen jetzt sogar noch über den Winter stehen. Er soll dann im Frühjahr in den Wald gezogen werden, wo er den Kindern Schutz vor Witterung und ein Plätzchen zum Ausruhen bieten soll. Der Stellplatz sei mit dem Förster abgesprochen, der das Vorhaben ebenfalls unterstützt.