Aktionstage zum Thema Gefahrenabwehr und Sicherheit an der Urbicher Grundschule

Urbich. An der Grundschule Urbich fanden zwei Aktionstage zum Thema Gefahrenabwehr und Sicherheit statt. Kinder sensibel und gleichzeitig stark machen war das Ziel.

Die Zweitklässler der Grundschule Urbich empfanden die beiden Präventionstage als hilfreich und spannend - ebenso wie ihre Mitschüler und deren Eltern. Foto: privat

Die Zweitklässler der Grundschule Urbich empfanden die beiden Präventionstage als hilfreich und spannend - ebenso wie ihre Mitschüler und deren Eltern. Foto: privat

Foto: zgt

Ein Auto, das am Straßenrand hält. Ein Erwachsener, der ein Kind in ein Gespräch verwickelt. Und der ihm etwas Böses will.

Das ist leider nicht nur ein schlimmer Traum, sondern passiert immer wieder. Auch in und um Urbich gab es im vergangenen Jahr Versuche, Kinder anzusprechen und anzulocken. Sie hätten schlimm enden können, wenn die Kinder nicht so couragiert gewesen wären. Das bestätigt Sabine Keßler, die Leiterin der Grundschule.

"Das Thema Sicherheit spielt in unserer Schule seit jeher eine Rolle", sagt sie. "Denn wir sind eine sogenannte Fahr-Schule, Kinder kommen zu uns auch aus umliegenden Ortschaften. Der Schulbus ist ein alltägliches Verkehrsmittel." Zum Alltag gehören auch kurze Wartezeiten der Kinder in Bushaltestellen.

Die Prävention, das Vorbeugen gefährlicher Situationen, wird in Urbich fächerübergreifend besprochen, zum Beispiel im Heimat- und Sachkundeun-terricht oder in Ethik. "Aber es war uns wichtig, Kinder und Eltern noch ein Stück mehr zu sensibilisieren", sagt Sabine Keßler. Die Schule suchte dafür Partner und wandte sich ans Thillm, das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung und Medien. Sie fragte nach, ob es neben der Weiterbildung für Lehrer auch ein handlungsorientiertes Training für Kinder gibt.

Und so kam mit Hilfe des Instituts und mehrerer Partner eine zweitägige Veranstaltung für Kinder und Eltern, Erzieher und Lehrer zustande. Dazu gehörten Spiele im Unterricht, bei denen die Kinder lernten, was es für Gefahren geben könnte, wie sie sich dann verhalten und wo sie Hilfe bekommen. "Cool and safe" heißt das interaktive Trainingsprogramm.

Staatsanwalt und Bibliothekarin zu Gast

Wenn ein unbekannter Erwachsener sich nähert und flüstert, sollten Kinder besonders laut sprechen. Zu sich öffnenden Autotüren sollten sie Abstand halten. Sie sollten über gute und schlechte Gefühle Bescheid wissen und über gute und schlechte Geheimnisse.

"Wir wollten den Kindern Informationen geben, die sie stark machen. Aber sie sollten nicht so viel Angst bekommen, dass ihr Alltag beeinträchtigt ist", sagt Sabine Keßler.

In Urbich gaben sich an den beiden Tagen viele Leute die Klinke in die Hand. Ein Staatsanwalt, Uwe Strewe, der dafür zuständig ist, Verbrecher zu bestrafen. Mitarbeiter des Thillm. Leute vom Verein Smog, der sich mit vielen Ideen für ein Thema einsetzt: "Schule machen ohne Gewalt". Auch Christina Klauke von der Kinder- und Jugendbibliothek war da und brachte Bücher über starke Kinder und richtige Reaktionen mit.

Bei einem Elternabend saßen mehr als 100 Leute im Publikum und diskutierten.

"Wir haben auch festgestellt, dass es Materialien für den Unterricht gibt, die wir noch nicht kannten", sagt Sabine Keßler. So hätten Eltern einige Exemplare des Buches "Ich entscheide" gesponsert, das helfen soll, Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen. Jetzt hat die Schule weitere Bücher angeschafft. "Ich bin froh, dass wir an unserer Schule so engagierte Kinder, Eltern und Kollegen haben", sagt die Schulleiterin.

Informationen zum interaktiven Training: www.coolandsafe.eu

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