Wald statt Klassenraum

Kyffhäuser  Kyffhäuser: 650 Viertklässler aus drei Landkreisen sind bei den traditionellen Waldjugendspielen des Sondershäuser Forstamtes auf dem Rathsfeld in Aktion. Die Klassen haben Forstpaten an ihrer Seite.

Bei den Waldjugendspielen erfuhren die Kinder auch etwas über die Arbeit der Waldarbeiter. Und aus sicherer Entfernung sahen sie dann, wie ein Baum gefällt wurde.

Foto: Ingolf Gläser

Der Wald als Lernort. Natur statt Klassenraum. Auf dem Rathsfeld finden die traditionellen Waldjugendspiele des Sondershäuser Forstamtes mit Unterstützung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald statt. An zwei Tagen nehmen daran etwa 650 Viertklässler, es sind insgesamt 35 Klassen, aus Schulen des Kyffhäuserkreises sowie der Landkreise Sömmerda und Nordhausen teil.

Heute sind einige Grundschulen aus dem westlichen Teil des Kyffhäuserkreises nicht dabei, weil in Bad Frankenhausen die Kreisjugendspiele in der Leichtathletik, der Mannschaftsmehrkampf der Grundschulen, ausgetragen werden. „Es ist schade, dass es eine Veranstaltungsüberschneidung gibt, der Termin der Waldjugendspiele ist seit Ende des Vorjahres bekannt“, sagte Forstamtsleiter Uli Klüßendorf im Gespräch mit „Thüringer Allgemeine“. Mit der Resonanz an den beiden Tagen ist er insgesamt dennoch zufrieden.

Angenehme Temperaturen gab es gestern unterm großen Blätterdach des Waldes. Jede Klasse hatte wie immer einen Forstparten an ihrer Seite. Der keinesfalls nur begleitete, sondern zwischen den Stationen viel Interessantes und Wissenswertes über den Wald, die Tiere und Pflanzen, das gesamte Ökosystem zu erzählen hatte. Und manch ein Forstpate hatte seinen Jagdhund dabei. Was viele Kinder begeisterte und bei den Hunden für unzählige Streicheleinheiten sorgte. „An den beiden Tagen haben wir vom Forstamt sowie unterstützend von anderen forstlichen Dienststellen um die 50 Leute im Einsatz“, schilderte der Forstamtsleiter.

An einem Blätter-Wühltisch war die Artenkenntnis der Bäume gefragt. Die Schüler mussten die Blätter beschreiben und lernten so besondere Merkmale. Auch die Sinneswahrnehmung wurde bei einer Tastbox sowie beim Riechen von Zweigen und Pflanzen getestet. Die Kinder erfuhren zudem etwas über den Schutz des Waldes und die Notwendigkeit der Jagd. Hier mussten sie auch Tiere im Wald (Präparate) entdecken.

Einige Hundert Meter weiter hieß es für die Kinder: Schutzhelme auf. Waldarbeiter erklärten ihre Ausrüstung und ihr wichtigstes Arbeitsgerät, die Motorsäge. Aus sicherem Abstand sahen die Kinder, wie ein Baum gefällt wurde. Was ist ein Z-Baum, ein Zukunftsbaum? Was sind Bedränger? Welche Gründe gibt es, warum ein Baum stehen bleibt oder gefällt wird? Was ist eine Rückegasse? Auf diese und viele andere Fragen gab es Antworten. Das war nicht nur reine Theorie.

Waldjugendspiele. Da geht es nicht nur darum, Wissen abzufragen und allerlei Wissen zu vermitteln, sondern auch um Spaß zu haben. Seit geraumer Zeit gibt es auch keine Punktebewertung an den Stationen sowie die Prämierung der drei besten Klassen mehr. Spaß machte den Kindern auch das Zapfenzielwerfen, das Schnellsägen sowie das Baumscheiben-Spiel.

Als Erinnerung an die Waldjugendspiele 2018 gibt es vom Forstamt für jedes Kind einen Forst-Beutel, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald stellt allerlei Informationsmaterial zur Verfügung. Mittag gibt es für jedes Kind eine Brause und eine Bratwurst, spendiert vom Forstamt – dank der Sponsoren. Bis die Busse fahren, kann das Spielmobil genutzt werden.

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