Arnstadt ehrte beliebten Heimatforscher

Arnstadt (Ilmkreis). Als am 26. Oktober 1963, vor 50 Jahren, der Arnstädter Heimatforscher Dr. Karl Konrad August Elbracht starb, waren die Arnstädter Heimatfreunde und auch viele Bürger tief erschüttert. Bekannt war Dr. Elbracht als sachlicher Mensch, welcher seine Heimat liebte und viel für die

Arnstadt (Ilmkreis). Als am 26. Oktober 1963, vor 50 Jahren, der Arnstädter Heimatforscher Dr. Karl Konrad August Elbracht starb, waren die Arnstädter Heimatfreunde und auch viele Bürger tief erschüttert. Bekannt war Dr. Elbracht als sachlicher Mensch, welcher seine Heimat liebte und viel für die Geschichte Arnstadts getan hatte.

Man kannte Elbracht durch seine Vorträge und Schriften beim Kulturbund. Als junge Menschen lernten wir den "Geschichtsdoktor", wie wir ihn nannten, durch seinen Freund, Friedrich Lappe, kennen und verbrachten mit Dr. Elbracht auf der Gartenbank im Bergartenweg 11 ab 1958 viele Stunden. Von ihn, in Verbindung mit Prof. Rudolf Fischer, lernten wir damals die Vergangenheit Arnstadts kennen.

Karl Konrad August Elbracht wurde am 13. Mai 1900 in Hildesheim geboren. 1904 kam er mit den Eltern und seinem jüngeren Bruder nach Bad Tennstedt und 1911 nach Arnstadt. Er war einer der besten Schüler am Arnstädter Gymnasium, doch musste er mit 18 in den Krieg ziehen. Nach hervorragendem Abitur ging er zum Philologiestudium nach Jena. Dort wechselte er zur Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft. Er beendete 1924 das Studium in Leipzig mit der Promotion. Elbracht war Assessor bei einem Rechtsanwalt und Notar in Gotha. 1927 eröffnete er in der Arnstädter Zimmerstraße eine eigene Kanzlei. Im selben Jahr heiratete er Edith Neuse - aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Dr. Elbracht erhielt 1932 die Ernennung zum Notar. Von 1936 bis 1939 war er auch der Anwalt der jüdischen Synagogengemeinde. Auf Grund seiner angegriffenen Gesundheit wurde er erst 1941 eingezogen. Doch brauchte man in Arnstadt dringend einen Verwaltungsjuristen und erreichte für Dr. Elbracht die Entlassung aus der Wehrmacht. Von 1943 bis 1945 arbeitet er als Baudezernent und war Ansprechpartner für verschiedene Bauvorhaben wie die Behilfsheime im Hainfeld.

Zur Zeit der amerikanischen Besatzung war er, unter der eingesetzten Oberbürgermeisterin Ursula Meisterernst, 2. Bürgermeister. Als solcher konnte er viel von der Stadt abwenden, vor allem, als Meisterernst mit den Amerikanern die Stadt in Richtung Kassel verließ.

1946 wurde Dr. Elbracht wieder als Rechtsanwalt und Notar zugelassen. Die Zulassung wurde aber 1948 vom Thüringischen Ministerium widerrufen. Dr. Elbracht befasste sich mit der Geschichte Arnstadts. Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Vorbereitung und Durchführung des Ortsjubiläums. Er kannte sich bestens im Stadt- und Kirchenarchiv sowie im Museum aus. So erfasste er die Kirchengeschichte Arnstadts bis zum Mittelalter, die Straßen- und Flurnamen, gestaltet die Abteilung Mittelalter im Heimatmuseum. Er fand viele Mitstreiter im Kulturbund.

1954 wurde Dr. Elbracht wissenschaftlicher Mitarbeiter für Ornamentforschung und Siedlungsgeschichte für Südthüringen in einer Arbeitsgruppe der Universität Leipzig, wobei er eng mit Prof. Fischer arbeitete.

1955 erhielt Dr. Elbracht wieder die Zulassung als Rechtsanwalt und die Aufnahme in das Kollegium der Rechtsanwälte des Bezirkes Erfurt.

Als wir Dr. Elbracht kennen lernten, war er dabei, ein Manuskript zur Geschichte der Stadt Arnstadt zu erarbeiten, doch leider beendete sein unerwarteter Tod diese Arbeit. Die Stadt Arnstadt ehrte zum 100. Geburtstag im Jahre 2000 Dr. Elbracht mit einer Sonderausstellung im Museum. Auch gab sein Sohn Dieter Elbracht "Gesammelte Beiträge zur Früh- und Zeitgeschichte" von Karl Elbracht heraus. 1999 und 2002 erschienen zudem die Werke "Straßen- und Flurnamen Arnstadts" und "Die Flurnamen Arnstadts und seiner näheren Umgebung", die ebenso sein Sohn herausgab.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.