Erfurt. Mit seinem neuen Büchlein geht Ferdinand von Schirach nicht auf Lesereise, sondern auf Theatertournee. Er spricht „Regen“ als Monolog mit Zigarette.

Viele auch der großartigsten Schauspieler verwandeln sich niemals. Sie spielen ein Leben lang sich selbst, in welcher Rolle immer. Dass das gar nicht so einfach ist, vor der Kamera oder auf der Bühne man selbst zu sein, führt uns Ferdinand von Schirach ex negativo vor: Einst Strafverteidiger, längst Schriftsteller und Bestsellerautor, der in spartanischer Literatur seinen alten Beruf in seine noch ältere, aber erst spät erhörte Berufung überführte („Verbrechen“, „Schuld“, „Strafe“) und der für die Bühne das gesellschaftsrelevante Justizdrama gleichsam neu erfand („Terror“, „Gott“), tourt jetzt, als Schauspieler seiner selbst durchs Land.