„Auf nach Katschekistan“: Thalheims Komödie in Thüringer Kinos

Gera  Robert Thalheims Agentenkomödie „Kundschafter des Friedens“ mit Ost-Starbesetzung wird vorab in fünf Thüringer Kinos gezeigt.

Ein Schelm, der bei diesem Anblick nicht an die Olsenbande denkt. Foto: dpa

Ein Schelm, der bei diesem Anblick nicht an die Olsenbande denkt. Foto: dpa

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Das Aufklärer-Quartett lässt nichts anbrennen und entsendet vorab einen fliegenden Boten: Winfried Glatzeder ist der Mann, der Werbung in eigener Sache macht: Am kommenden Wochenende wird er, der im Film den Ex-Agenten Harry – Spitzname „Romeo“ – spielt, von einem Kino zum nächsten eilen. Anlaufpunkte sind auch Thüringer Filmtheater – in Jena, Weimar, Erfurt und Gotha. Nur Gera ist Chefsache: Da gibt sich der Agentenboss Jochen Falk, verkörpert von Henry Hübchen, höchstselbst die Ehre.

An allen fünf Orten wird Robert Thalheims Streifen „Kundschafter des Friedens“ voraufgeführt, der eine aberwitzige Story erzählt: 27 Jahre nach dem Mauerfall ist der Alltag des einst legendären Top-Spions der DDR-Auslandsaufklärung, Jochen Falk (Hübchen), ziemlich eintönig geworden. Da bittet ihn der ehemalige Erzfeind BND überraschend um Hilfe. Falk wittert die Chance, eine offene Rechnung mit dem West-Agenten Kern (Jürgen Prochnow) zu begleichen, und stimmt dem Einsatz zu. Aber nur unter einer Bedingung: Sein altes Team soll mit von der Partie sein. So werden noch drei ehemalige Kundschafter – so hießen die Spione in der DDR –, alle schon vor langer Zeit entlassen, reaktiviert.

Thalheim ist es gelungen, mit Henry Hübchen, Michael Gwisdek, dem Weimarer Thomas Thieme und Winfried Glatzeder vier Schauspielstars aus dem Osten für den Plot zu gewinnen, der zwischen Komödie und Parodie changiert. Widerwillig begleitet von der jungen BND-Agentin Paula (Antje Traue), macht sich die Rentner-Truppe auf in die (fiktive) Gebirgsrepublik Katschekistan. Dort ist nichts mehr, wie es einmal war, und die Mission droht, im Chaos zu versinken. Da besinnen sich die vier auf ihre alten Fähigkeiten ...

Ihm sei klar gewesen, dass die Geschichte nur mit dieser Besetzung funktionieren würde, sagt Regisseur Thalheim. Die Rolle des „Ost-James Bond“ habe er explizit für Henry Hübchen geschrieben. Aber die Idee, dass dessen Jochen Falk darauf besteht, die alten Kumpels mitzunehmen, sei nicht weniger tragend. „Ich freue mich einfach riesig, dass uns das tatsächlich gelungen ist, die alle zusammenzubringen“, bekennt Thalheim.

Sein Streifen soll eine heitere „Hommage an den alten Agentenfilm“ sein, „keine überdrehte Satire“. Man darf gespannt sein, wie sich das Ostquartett – zwei gingen zu DDR-Zeiten in den Westen, die anderen blieben im Lande – ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung beim BND-Einsatz schlägt.

Thüringer Voraufführungen: Samstag, 16 Uhr, UCI Kinowelt Gera, 20.30 Uhr Kino im Schillerhof Jena; Sonntag, 14 Uhr Lichthaus-Kino Weimar, 16 Uhr CineStar Erfurt und 18 Uhr Cineplex Gotha. Offizieller Filmstart: 26. Januar.