Ausstellung im einstigen DDR-Grenzturm in Wendehausen

Bis vor etwa zwanzig Jahren stand der Grenzturm bei Wendehausen als Zeichen für ein geteiltes deutsches Land und eine schier unüberwindbare Grenze für die Menschen.

Guntram Montag bei der Bilderausstellung im ehemaligen Grenzturm bei Wendehausen (TA-Foto:Tobias Kleinsteuber / DIGITAL)

Guntram Montag bei der Bilderausstellung im ehemaligen Grenzturm bei Wendehausen (TA-Foto:Tobias Kleinsteuber / DIGITAL)

Foto: zgt

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Wendehausen. Heute steht der einstige Wachturm als Mahnmal für diese Zeit, an die sich nicht nur die Bewohner solch grenznaher Regionen wie rund um Katharinenberg und Wendehausen mit gemischten Gefühlen erinnern. Doch wie denken junge Menschen darüber, die diese Grenze mit ihren äußerst aufwendig angelegten und martialisch bewachten Anlagen nur noch vom Erzählen kennen? Etwa von ihren Eltern.

Im Jahr 2000 wurde im Rahmen von Projekttagen zu den Themen "Grünes Band" und "Erleben jüngster Geschichte" zu einem Malwettbewerb aufgerufen, bei dem Schüler der damaligen fünften Klassen der Regelschule Diedorf/Heyerode ihre Gedanken dazu gestalterisch in Szene setzten. Nun sind diese Bilder zehn Jahre nach ihrer Entstehung bei einer kleinen Ausstellung im einstigen Grenzturm zu sehen. So vielfältig wie die Maltechniken sind dabei auch die Inhalte der Bilder.

Denn auf Collagen, Buntstiftzeichnungen und Aquarellen sind es weniger schwerbewaffnete Grenzsoldaten und unüberwindbare Zäune, die das Bildgeschehen bestimmen. Vielmehr finden sich die Gedanken der damaligen Schüler zur einstigen Grenzanlage in freundlichen Visionen wieder, die heute teilweise schon der Realität entsprechen. Der ehemalige Todesstreifen ist darauf als Blumenwiese zu sehen, auf der gepicknickt wird, wo Pflanzen und Pilze gesammelt werden und auf man fröhlich spielt.

Andere Bilder zeigen einen von der Natur zurückeroberten und von Schlingpflanzen umwucherten Turm oder idyllische Impressionen vom kühlen Betonblock in träumerischer Abendstimmung. Alles in allem zeugen die Bilder der jungen Leute auf jeden Fall davon, dass die einst so furchteinflößende Grenze inzwischen ihren Schrecken glücklicherweise weitestgehend verloren hat und ihr so menschenverachtender Zweck heute nur noch ein Stück Geschichte ist. Bis zum 3. Oktober 2010 wird die Ausstellung im "Mahnmal Grenzturm" zwischen Katharinenberg und Wendehausen zu den Öffnungszeiten, das heißt an jedem Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu sehen sein.

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