Besitzer der Burg Großlohra sieht keine Gefahr für romanische Doppelkapelle durch Risse

Großlohra (Kreis Nordhausen). Keine Bedrohung sieht der Besitzer der Burg Lohra für die wertvolle romanische Doppelkapelle.

An der Burgkapelle der Burg Lohra werden die Risse immer breiter. Nunu Kvaratskhelia (l.) und Laura Spazioso, die derzeit ein Workcamp auf der Burg absolvieren, zeigen, wie groß die Risse inzwischen geworden sind. Der Besitzer Bert Ludwig sieht jedoch keine Gefahr. Foto: R.Obst

An der Burgkapelle der Burg Lohra werden die Risse immer breiter. Nunu Kvaratskhelia (l.) und Laura Spazioso, die derzeit ein Workcamp auf der Burg absolvieren, zeigen, wie groß die Risse inzwischen geworden sind. Der Besitzer Bert Ludwig sieht jedoch keine Gefahr. Foto: R.Obst

Foto: zgt

Die Risse im Gemäuer seien schon zwischen den Weltkriegen entstanden und hätten sich zumindest seit der Wende nicht signifikant verändert, reagierte der Vorsitzende des Vereins Offene Häuser, Bert Ludwig, auf Befürchtungen des früheren Nordhäuser Stadtarchivars Peter Kuhlbrodt (wir berichteten). Richtig sei nur, dass jemand ein Fenster eingeworfen habe. Der Auftrag zur Reparatur sei erteilt. Kuhlbrodt hatte auch gefragt, wie das Ensemble oberhalb von Großlohra denkmalgerecht behandelt werde. Ludwigs Konzept scheint hier weniger auf eine touristische Nutzung angelegt zu sein. "Wobei der Nutzen für die Region vielleicht sogar größer ist als eine rein touristische", meint er. Sein Verein setzt auf Jugendaustausch, auf Workcamps. In diesem Jahr werden am Ende rund 200 Jugendliche auf Lohra gewesen sein.

Suche nach dauerhafter Lösung für Löcherstraße

"Es möge der Gedanke erlaubt sein, dass es neben einer museal-touristischen Nutzung einen anderen Ansatz gibt", erteilt er jenen eine Abfuhr, die sich eine zügige Sanierung wünschen. Nach seinen Vorstellungen soll die Burg zu nutzen sein, aber nicht wesentlich erneuert werden. Auf das in kläglichem Zustand befindliche Herrenhaus angesprochen, signalisiert er aber, dass man es angehen wolle. Wann, ist unklar. Eher möchte er Energie in die löchrige Straße zur Burg stecken. Hier führe man gerade Gespräche für eine dauerhafte Lösung. Derzeit ist der Zustand desaströs. Wenig Verständnis zeigt der Burgherr für die Kritik, man verschweige die frühere Denkmalschützerin Clara Döring als einstige Fürsprecherin der alten Gemäuer. Sie lebte und wirkte lange hier. Diese Ansicht sei sehr in die Vergangenheit gerichtet.

Wenn Sie Erinnerungen an Clara Döring oder die Burg haben, bitte senden Sie sie uns an nordhausen@thueringer-allgemeine.de